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setzten sein Werk fort; die Westgothen traten erst unter König Reccared auf der Synode von Toledo 589 zum Katholicismus über. Auch die Vandalen, Ostgothen, Burgunder, Longobarden nahmen zuerst den Arianismus an. Die Vandalen und die Ostgothen blieben bis zur Zerstörung ihrer Reiche Arianer. Die Burgunder traten 517 zum Katholicismus über, kurz vor dem Untergang ihres Reiches. Die Bekehrung der Longobarden zum Katholicismus wurde begonnen von der Königin Theodelinde, vollendet um 660.
Die Franken waren bei der Eroberung Nordgalliens noch Heiden; Chlodwigs Gemahlin Chlotilde suchte ihren Gatten zu bekehren, aber erst nach der Alamannenschlacht bei Zülpich(496) liess er sich mit dem grössten Theil seines Volkes in Rheims vom Erzbischof Remigius taufen. Diese Bekehrung der Franken zum Katholicismus machte dieselben zur Schutzmacht der katholischen Kirche gegen die heidnischen und arianischen Deutschen wie gegen die Araber(732 Schlacht bei Tours und Poitiers); um den Papst kümmerten sich die Franken wenig.
Irland wurde 432 durch Patricius bekehrt; dieser, der Sohn eines Diaconen in Südschottland, wurde als Jüngling von Seeräubern nach Irland verkauft, wo er sich zu Gott bekehrte. Nach seiner Befreiung liess er sich zum Presbyter weihen und ging trotz der Abmahnung seiner Eltern und Freunde nach Irland, wo er bis in sein hohes Alter erfolgreich wirkte. Die Kirche blühte bald auf, zahlreiche Klöster entstanden(daher»Insel der Heiligen-). Der irische Abt Columban bekehrte Schottland. In Britannien war seit der Einwanderung der Angeln und Sachsen das Christenthum fast ausgerottet. Gregor I. sandte 596 den Abt Augustinus hin, dieser bekehrte Kent zur römischen Kirche, versuchte aber vergebens die ältere Kirche Grossbritanniens Rom zu unterwerfen; die andern angelsächsischen Reiche wurden um 640 durch schottische Mönche(den Abt Aidan, den Freund des northumbrischen Königs Oswald) bekehrt. Nach einem Religionsgespräch zwischen schottischen und römischen Mönchen, in dem letztere durch Berufung auf Matth. 16, 18 siegten, unterwarfen sich alle Reiche der Angel- sachsen Rom, bald auch Schottland und Irland.
Im eigentlichen Deutschland waren die Rhein- und Donaugegenden schon in der Römerzeit christlich(Bisthümer in Basel, Strassburg, Worms, Mainz, Trier, Köln, Lüttich); aber in der Völker- wanderung ging das Christenthum meist unter, nur in den grossen Städten erhielt es sich kümmerlich fort und die Bischöfe thaten wenig für die Mission. Zahlreiche irische und schottische Mönche predigten zuerst den Deutschen das Evangelium, neben ihnen wirkten einige Franken; später waren römische Angelsachsen die Hauptmissionäre. Der Ire Columban wanderte um 590 mit 12 Mönchen nach den Vogesen, stiftete dort mehrere Klöster und predigte eifrig mit grossem Erfolg, ward aber vertrieben, weil er gegen den sittenlosen fränkischen Hof in Burgund(Brunhilde, Theoderich II.) auftrat und an den Gebräuchen der irischen Kirche(Osterfeier) streng festhielt. Er wanderte nach dem südlichen Alamannien, der Schweiz, wo er noch überall Spuren vom früheren Christenthum fand, wirkte dort eine Zeit lang und † in seinem Kloster(Bobio) bei Mailand. Sein Schüler Gallus, der in der Schweiz zurückblieb, gründete eine Zelle und predigte unermüdlich. Obwohl mehrmals zum Bischof gewählt, blieb er in seiner Zelle, aus der das berühmte Kloster St. Gallen entstand, im Mittelalter ein Hauptsitz der Gelehrsamkeit und Kunst. Später wirkte ein Franke(Pirmin) eifrig für die Bekehrung Alamanniens, die zu Winfrieds Zeit vollendet war. Das Kloster Reichenau im Bodensee wetteiferte mit St. Gallen in Wissenschaft und Kunst. Unter den Thüringern wirkte um 600 der Ire Kilian in Würzburg, bekehrte den Herzog, wurde aber auf Anstiften einer Frau des Herzogs ermordet; nach ihm wirkten noch andere Briten in Thüringen, Winfried vollendete die Bekehrung


