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vom Kaiser berufene Synode in Tyrus setzte ihn ab, Constantin verbannte ihn. Arius sollte in Constantinopel gegen den Willen des Bischofs aufgenommen werden, starb aber plötzlich über 80 Jahre alt; bald darauf auch Constantin. Seine Söhne riefen Athanasius zurück; doch Constantius, seit 350 Alleinherrscher, trat ganz auf Seiten der gemässigten Arianer, verbannte alle bedeutenden nicenischen Bischöfe, auch Athanasius, und zwang der Kirche einen milderen Arianismus auf. Julian duldete alle Parteien, Valens(im Osten) verfolgte als strenger Arianer die Katholiken und gemässigten Arianer heftig(80 Geistliche auf einem Schiff verbrannt), beförderte aber dadurch den Beitritt der letzteren zum Nicenum. Athanasius, der noch einmal hatte fliehen müssen, durfte zurückkehren, † 373 in Alexandria; er war der grösste Kirchenlehrer seiner Zeit, ausgezeichnet durch seinen festen Charakter und unerschütterlichen Glauben, fern von Hofdienerei und Eigennutz wie von Menschenfurcht. Nach ihm waren die 3 grossen Kappadocier(Basilius, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa) und Ambrosius von Mailand die Hauptvertheidiger des Katholicismus. Theodosius berief 381 ein allgemeines Concil nach Constantinopel; dieses erneuerte das Nicenum und lehrte, der heilige Geist gehe vom Vater aus und sei dem Vater und dem Sohne wesensgleich. Der Arianismus ging im römischen Reich bald unter, gewann aber unter den Deutschen grosse Ausbreitung.
2. Basilius»der Grossew, geboren um 330 in Neucäsarea aus vornehmem Geschlecht, wurde von seinen frommen Eltern und seiner Grossmutter sorgfältig erzogen, besuchte die Schule in seiner Vaterstadt, wo er mit Gregor von Nazianz Freundschaft schloss, dann die höheren Schulen in Constantinopel und Athen; überall zeichnete er sich durch strengsittlichen Wandel, eisernen Fleiss, glänzende Fortschritte aus. Nachdem er in Syrien und Aegypten das Mönchsthum kennen gelernt, lebte er lange in der Einsamkeit als Vorsteher eines Mönchsvereins, dem er eine Regel gab. Dann wurde er Presbyter und Bischof in Neucäsarea und übte einen reichgesegneten Einfluss durch Wohlthätigkeit(besonders in einer grossen Hungersnoth), durch Seelsorge, Predigt, strenge Aufsicht über die Klöster und Geistlichen und weise Regierung seines grossen Sprengels; seine Einkünfte verwandte er für die Armen(Basiliusstiftung); dem Studium der heiligen Schrift und der Klassiker widmete er sich stets eifrig und verfasste mehrere bedeutende Schriften(Rede an die Jünglinge, die Klassiker zu studieren). Während des arianischen Streites war er bei aller Friedensliebe eine Schutzmauer der Kirche in der Verfolgung des Valens; dem kaiserlichen Statthalter erwiderte er auf seine Drohungen: »Güter besitze ich nicht, Verbannung kenne ich nicht, denn die Erde ist des Herrn, Marter fürchte ich nicht, da ich mich schon vom Leib losgemacht habe, der Tod bringt mich schneller zu Gott.« † 379.
3. Gregor von Nazianz wurde um 330 bei Nazianz geboren, wo sein Vater Bischof war; seine Mutter Nonna, die ihren Mann bekehrt hatte, weihte den Sohn in frühster Jugend dem göttlichen Dienst und übte den grössten Einfluss auf ihn. In Neucäsarea und Alexandria studierte er eifrig und schloss mit Basilius Freundschaft. Nach der Rückkehr in die Heimath weilte er eine Zeit lang im Mönchsverein des Basilius. In Nazianz wurde er von seinem Vater unvermuthet zum Presbyter geweiht und stand ihm als Gehülfe im Kampfe gegen Julian und Valens zur Seite; der Tod zweier Geschwister, seiner Eltern, seines Freundes Basilius beugte ihn tief. Dann wurde er an die kleine rechtgläubige Gemeinde in Constantinopel berufen. Durch seine Predigten(daher»der Theologe- genannt) befestigte er Viele im Glauben und ermahnte zur rechten Herzensfrömmigkeit; alle Gewaltthaten der Gegner erschreckten ihn nicht. Auf den Wunsch des zweiten allgemeinen Concils ernannte ihn Theodosius zum Patriarchen von Constantinopel, aber er kehrte bald nach Nazianz zurück, † 390.


