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Christus, der Tröster). Mani wollte eine Gegenkirche gegenüber der christlichen gründen(12 Apostel, 12 Aelteste, 72 Bischöfe). Seine Secte bestand aus den-Vollkommnen- und den-Zuhörern-; erstere bildeten die eigentliche Kirche, wurden allein getauft, lebten in strenger Askese und im Cölibat, nährten sich meist von Pflanzen und waren die Mittler zwischen Gott und den Zuhörern. Diese zogen sich von den gewöhnlichen Geschäften nicht zurück und hatten für den Unterhalt der Anderen zu sorgen. In Persien verfolgt, breiteten sich die Manichäer im römischen Reich aus und erhielten sich trotz aller Verfolgungen bis ins Mittelalter.
Zur Widerlegung der Irrlehren berief man sich auf die ächten apostolischen Schriften und die damals noch reine Tradition, wie sie in den Apostelschülern und in den apostolischen Gemeinden fortlebte; so erkannten sich die Christen als Einheit, als die eine, allgemeine, katholische Kirche, vereinigt in einem Glauben. Die Verfälschung der apostolischen Schriften durch die Irrlehrer und die Abfassung vieler unechten bewirkte, dass man noch vor 150 die apostolischen Schriften sammelte und die unechten verwarf; auch wurde das aus Matth. 28, 19 hervorgegangene apostolische Glaubens- bekenntniss mehrfach erweitert.
§. 3. Die apostolischen Väter und die Kirchenlehrer.
I. Apostolische Väter heissen die christlichen Schriftsteller, die noch Schüler oder Zeitgenossen der Apostel waren; sie lebten etwa bis 150.
Glemens von Rom, vielleicht der Phil. 4, 3 erwähnte, war einer der Presbyter in Rom— damals waren in Rom Bischöfe und Presbyter noch identisch— und hoch angesehen, f 101. Im Auftrag der römischen Gemeinde schrieb er einen Brief an die von Spaltungen zerrüttete korinthische Gemeinde und ermahnt zur Einigkeit, zur Demuth, zum Gehorsam gegen die Vorsteher; auch weist er darauf hin, dass»swir nicht durch uns gerechtfertigt werden, sondern durch den Glauben, durch welchen Gott von Ewigkeit her Alle gerechtfertigt hat⸗, und erwähnt Pauli Reise bis zur Grenze des Abendlandes und den Märtyrertod Pauli und Petri. Dieser schöne Brief stand in der alten Kirche in hohem Ansehen.
Der Verfasser des Barnabasbriefes; diese Schrift ist gegen judenchristliche Irrlehrer und Juden gerichtet und voll spielender Allegorien; die Deutung der 318 Knechte Abrahams: I und H (10+ 8) bedeuten Jesum, 7/(300), das Zeichen des Kreuzes, ist zugesetzt, weil das Kreuz Heil geben soll.
Ignatius, B. von Antiochia, Schüler des Johannes, Theophorus(Gottesträger) genannt, wurde auf Trajans Befehl nach Rom gebracht und den wilden Thieren vorgeworfen; auf der Reise traf er in Smyrna mit Polykarp zusammen und wurde überall von Abgeordneten christlicher Gemeinden begrüsst. Er schrieb an Polykarp, an 5 kleinasiatische und die römische Gemeinde Briefe; voll feuriger Liebe zu Christo(-meine Liebe ist gekreuzigt-) wünscht er den Märtyrertod, um zur vollen Gemein- schaft mit dem Herrn zu kommen, darum bittet er die Römer, seinen Tod nicht zu verhindern,»ein Weizenkorn Gottes bin ich und durch die Zähne der wilden Thiere werde ich gemahlen, damit ich als ein reines Brod Christi erfunden werde«; eindringlich warnt er vor Irrlehrern, hebt die Einheit der Kirche hervor und ermahnt zum Gehorsam gegen den Bischof, den Nachfolger und Stellvertreter Christi, den die Gemeinde ansehen soll wie Gott selbst.
Polykarp, B. v. Smyrna, Schüler des Johannes, wirkte mit grossem Erfolg für Ausbreitung des Evangeliums in Smyrna und der Umgegend; er war ein eifriger Vertheidiger des reinen Evangeliums und wie sein Meister ein entschiedener Gegner der Gnostiker; in seinem Briefe an die Philipper vertritt er die


