35 den Menſchen herantreten und bald laut und gebieteriſch, bald leiſe und einſchmeichelnd, bald drohend und ſtreng, bald lockend und mild von ihm Gehorſam begehren.
Aber trotzdem, ſo betäubend und verwirrend auch dieſe durcheinander rufenden und oft ſich widerſprechenden Stimmen immerhin ſein mögen, für den Chriſten, der ſich nicht verblenden, noch bethören läßt, gibt es eine feſte, klare und unzweideutige Antwort auf jene Frage: der iſt dein Herr, der Licht von Licht, wahrer Gott von wahrem Gott, in dieſe perſönliche Menſchenwelt geboren iſt und dich, nicht mit irdiſchem Gut, nicht mit Silber und Gold, ſondern mit Seinem heiligen, theueren Blut und mit Seinem unſchuldigen Leiden und Sterben erlöſet und zu Seinem Eigentum erworben und gewonnen hat, auf daß du in Seinem Reiche unter Ihm lebeſt, und Ihm, dem König aller Könige, von ganzem Herzen dieneſt. Er, der Sohn des lebendigen Gottes, ward gehorſam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze. Darum hat Ihn auch Gott erhöhet und hat Ihm Gott einen Namen gegeben, der über alle Namen iſt. Er iſt nicht ein Herſcher, der einmal gelebt hat, darnach aber Sein Regiment an die geſchichtliche Entwickelung der Menſchheit— wie die thörichte, inhaltsleere Phraſe lautet— für immer abgegeben hat, ſondern ein Herr und König, deſſen Thron unerſchütterlich be⸗ ſtehen bleibt in Ewigkeit; das Haupt eines Reiches, das auch die Pforten der Hölle nicht überwinden werden. Seine Worte ſind Geiſt und Leben, nicht auf dieſes oder jenes einzelne Volk, auf die eine oder andere Zeitperiode beſchränkt, ſondern ewig und un⸗ vergänglich, für alle Völker und Generationen, für alle Jahr⸗ hunderte und Jahrtauſende in gleicher Weiſe gültig, Denn Er ſelbſt, der Lendige und Ewige, iſt in Seinem Worte, in Seinem heiligen Geſetze, wie im Evangelium, im Sakrament der neuen Geburt aus dem Waßer und Geiſt, wie im Sakrament Seines Leibes und Blutes— beide von Ihm eingeſetzt— Er ſelbſt iſt in ihnen perſönlich gegenwärtig, und hat als ſolcher das Amt eingeſetzt, das ſeligmachende Wort der Warheit rein und


