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Urſprung der Sünde in der perſönlichen Menſchenwelt ein per⸗ ſönlicher war;— der perſönlich freie Wille des Menſchen konnte wieder nur von dem in einem perſönlichen Willen concentrierten Böſen ergriffen werden. So war es und ſo iſt es auch noch immer, mag die Sünde von außen oder von innen auf uns ein⸗ wirken. Sie exiſtiert doch nicht als ein bloßes Abſtractum, ſon⸗ dern überall und jedesmal kommt die Stimme der Verführung aus dem Herzen und Mund eines Verführers, ſei es, daß die falſchen Freunde unmittelbar, perſönlich gegenwärtig, auf ihre Sündenwege locken, oder mittelbar durch ſeelenverderbende Ge⸗ danken in Wort und Schrift zerſtörend wirken. Und die Sünde in uns iſt doch zunächſt auch nichts anderes, als die Fleiſchesluſt, die Sinnenluſt und die Hoffart unſeres eigenen Leibes, unſerer eigenen Seele, unſeres eigenen Geiſtes, daß ichs noch beſtimmter ſage, unſerer eigenen individuellen Perſönlichkeit, die böſe Luſt, die unſern perſönlichen Willen gefangen nimmt und uns zur Uebertretung der Gebote Gottes und damit zum Tode führt. Der Sünde gehorchen heißt alſo abermals den perſönlichen Feinden der Warheit, die aus Gott iſt, den Zerſtörern alles wahren Lebens und Segens oder der eigenen böſen Luſt folgen, die zwar in allen menſchlichen Perſönlichkeiten weſentlich dieſelbe iſt, aber doch auch nach der beſonderen Individualität der einzelnen Per⸗ ſönlichkeit jedesmal wieder in eigentümlicher Geſtalt erſcheint.
Vergeßen wir es alſo nicht. Gehorſam wird, wenn auch nicht immer unmittelbar, doch im Grunde ſtets einer Perſon ge⸗ leiſtet, und iſt folglich Ungehorſam nicht bloß Uebertretung eines beſtimmten Gebotes oder Verbotes, ſondern tiefer gefaßt, zugleich auch eine Auflehnung gegen die Perſon deſſen, der als der leben⸗ dige Träger des Geſetzes anzuſehen oder überhaupt Gehorſam zu verlangen wirklich berechtigt iſt.
Und wer iſt dieß? wem ſoll ich gehorchen? Die Antwort ſcheint ſo einfach: doch wol unzweifelhaft dem, der dein Herr iſt; aber ſie ruft ſogleich wieder die andere Frage hervor: wer iſt aber mein Herr? Denn es ſind der Stimmen gar viele, die an


