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3 (1874)
Entstehung
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In ähnlicher Weiſe verhält es ſich nun auch auf der andern Seite, die wir vorher berührten, mit dem Gehorſam unter die öffentliche Meinung, den Zeitgeiſt und die Sünde. Auch hier iſt es durchaus erforderlich, zu einer klaren Einſicht durchzudringen und feſt zu halten, daß auch in dieſem Falle die Abhängigkeit eine perſönliche oder richtiger an beſtimmte Perſonen geknüpft iſt.

Oder wo exiſtiert denn das, was wir öffentliche Mei⸗ nung zu nennen pflegen, anders, als in den Köpfen vieler tauſende, deren Gedanken wieder durch die laut und oft ver⸗ kündigten weit verbreiteten Anſichten einzelner Stimmführer her⸗ vorgerufen und geleitet werden? Der öffentlichen Meinung ge⸗ horchen heißt alſo, den bald nach dieſer, bald nach jener Richtung hin flutenden Gedankenſtrömungen der großen Menge oder eigent⸗ lich deren Fahnenträgern folgen.

Und iſts mit dem ſ. g. Zeitgeiſt etwa anders? So luftig und unerfaßbar er auch bisweilen erſcheint, er iſt doch offenbar nirgends anderswo vorhanden, als anfangs in einzelnen in ihrer Zeit irgend wie hervorragenden Perſönlichkeiten, welche die Weisheit des natürlichen Menſchen in ein, den Stimmungen oder richtiger den Sympathieen der Zeitgenoßen conformes Ge⸗ wand zu kleiden verſtehen und ſo wieder in derſelben Richtung beſtimmend auf andere Geiſter einwirken, bis ein anderer in der nun folgenden Generation aus dem Reflex der vergänglichen Ge⸗ danken ſeiner Zeitgenoßen und dem Spiegel ſeiner Gedanken wieder einen neuen Lichtſchein erglänzen läßt. Dem Zeitgeiſt gehorchen heißt demnach gleichfalls ſich in den Dienſt derer be⸗ geben, welche die perſönlichen Träger der Anſchauungen und Urteile des natürlichen Menſchen ſind, ſo wie dieſe in einer be⸗ ſtimmten, von der zeitlichen Entwickelung eines Volksganzen ab⸗ hängigen Form gekleidet auftreten.

Und endlich, wenn wir von einer Unterwerfung unter die Macht der Sünde reden, wie iſts damit? Drängt ſich uns da nicht vor allem die unbeſtreitbare Thatſache auf, daß ſchon der

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