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3 (1874)
Entstehung
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31 der Zug ſeines Innern wer könnte es leugnen Angeſichts der zalloſen Uebertretungen bald gröberer, bald feinerer Art, die täglich um uns und in uns vor ſich gehen der Zug ſeines Innern iſt nicht Gehorſam, ſondern Ungehorſam.

Darum eben, weil uns von Natur das Widerſtreben gegen Gottes Gebote, der Ungehorſam in den Gliedern ſteckt, darum darf denn auch die Mahnung zum rechten Gehorſam nicht ver⸗ ſtummen; denn die Verheißung des lebendigen Gottes, welche auf den rechten Gehorſam den Segen, auf den Ungehorſam den Fluch legt, bleibt, wie die Erfahrung aller Zeiten lehrt, überall unge⸗ ſchmälert dieſelbe. Wollen wir alſo den Segen Gottes finden, ſo müßen wir gegen den Ungehorſam unſeres Herzens ankämpfen und nach dem rechten Gehorſam ringen.

Aus demſelben Grunde ſoll das Vaterhaus die Kinder und mit ihm vereint die Schule die Schüler vor allem zum Gehorſam erziehen. Aus demſelben Grunde fühle auch ich mich heute ge⸗ trieben, Ihnen in dieſer Abſchiedsſtunde, in der Sie im Begriffe ſind, aus den engeren Schranken der Schule in ein freieres Lebensgebiet überzugehen, von dieſer Stätte aus noch einmal in einigen wenigen Zügen das Weſen des rechten Gehorſams vor⸗ zuhalten.

Aller Gehorſam iſt zunächſt und weſentlich perſönlicher Natur, d. h. er wird einer Perſon geleiſtet. Es folgt dieß ſchon aus dem Begriff des Gehorſams. Oder ſetzt nicht die Unterwerfung meines Willens unter den Willen eines andern, die Befolgung der an mich gerichteten Weiſung, die Ausrichtung der mir ge⸗ gegebenen Befehle eben eine Perſon voraus, von der dieß Gebot oder Verbot ausgeht? Kein Geſetz, weder das ſ. g. Naturgeſetz, noch das Sittengeſetz, noch auch das politiſche Geſetz ohne einen Geſetzgeber, deſſen Willen es ausdrückt; folglich wird auch jeder Gehorſam, jede Beobachtung und Erfüllung des Geſetzes im Grunde dem perſönlichen Willen des Geſetzgebers geleiſtet.

So einfach und einleuchtend dieſes Verhältnis erſcheint, ſo oft wird es vergeßen oder verkannt; und doch iſt es wie über⸗