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3 (1874)
Entstehung
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Nein, unſere Zeit darf ſich im Allgemeinen nicht rühmen, eine Zeit des Fortſchritts zu ſein, ſie iſt vielmehr in mehrfacher Beziehung entſchieden eine Zeit des Rückſchritts.

Und welches ſind die Urſachen dieſer rückgängigen Bewegung, welches ſind die hauptſächlichſten Feinde des wahren Fortſchritts in unſerer Zeit?

Es ſei mir geſtattet, jetzt, wo wir durch den Promotionsact ſowol des einen unſerer Zöglinge, der nun zu der nächſt höheren Stufe der Univerſität aufzuſteigen im Begriff iſt, als der übrigen Schüler, die nicht zurückgeblieben, ſondern wirklich weiter ge⸗ kommen ſind, ſelbſt ein Zeugnis für den Fortſchritt innerhalb der Schule ablegen, es ſei mir geſtattet, aus der Zahl der Fortſchrittsfeinde dießmal zwei einander nah verwandte hervor⸗ zuheben und ſie mit ein paar Strichen zu zeichnen, zur Warnung, wie zum Antrieb, daß ihr dagegen, ſoviel an Euch iſt, ſtandhaft und unabläßig ankämpft.

Die erſte der beiden jeden wahren Fortſchritt hemmenden Urſachen aber, die wir für jetzt ins Auge zu faßen haben, iſt die, daß Unzälige aus der Vergangenheit zu lernen und zu leben entweder nicht mehr fähig ſind oder aus ihr weder lernen, noch leben wollen.

Wenn das Sinnen und Trachten des Menſchen nur auf die gegenwärtige Welt und ihre irdiſchen Genüße gerichtet iſt, auf die möglichſt größte Ausbeutung des Augenblicks und der Ge⸗ legenheiten, die der heutige Tag zur Befriedigung der unerſätt⸗ lichen Gelüſte des Herzens darbietet wie das eben in unſerer Zeit faſt als herſchender Zug in hohen und niederen Kreißen bezeichnet werden kann ſo wird die Seele nach und nach von dieſen fortwährenden Gedanken- und Willensrichtungen auf die jedesmaligen Tagesfreuden ſo hingenommen, daß ſie allmählich die Fähigkeit verliert, ſich einmal zu ſammeln und auf die ver⸗ gangenen Zeiten zurückzublicken. Sie klammert ſich eben in ihrem fleiſchlich Geſinntſein nur an dieſe vergängliche Welt, an dieſe flüchtige Zeit an und da ſie den dahin eilenden Augenblick