Druckschrift 
3 (1874)
Entstehung
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Zöglinge und Gemeindeglieder mitbeten, d. h. ganz ſtill und ge⸗ laßen ihre Seelen auf des Vaters und der Mutter, des Lehrers und des Geiſtlichen Gebetsworte legen und ohne eigenes Ab⸗ und Zuthun um des Herrn Chriſti und Seiner Verheißungen willen das Gebetswort ruhig walten laßen. Statt deſſen zieht ſich die Seele(von dem trotzigen Widerſpruch natürlich ganz abgeſehen) auch da, wo Glauben, ja wo kirchlicher Sinn vorhanden iſt, von dem Träger des Geſamtgebets zurück, und bei der fortwährenden Gewöhnung, unſere wenn auch wirklich gläubigen Stimmungen und Gefühle, Gedanken und Worte allein regieren zu laßen, fällt es uns ſchwer, in ruhiger Hingabe ganz dieſelben Worte mitzu⸗ beten, die der Vater und die Mutter, der Lehrer und der Diener am Wort im Namen aller ſpricht. Und doch hat gewis ſchon mancher, der überhaupt auf ſein geiſtliches Leben Acht hat, die Erfahrung gemacht, daß dann, wenn wir unſere Seelen nicht an das Geſamtgebet zu binden vermögen, in gar vielen Fällen die eigenen beliebigen(guten) Gedanken von den fort und fort aus dem ſündigen Menſchenherzen aufſteigenden böſen Gedanken ver⸗ ſchlungen werden und wir ſo des Segens verluſtig gehen, der dem Geſamtgebet als ſolchem beiwohnt.

Noch ſtärker tritt dieſe egoiſtiſche Beſchränkung und Zurück⸗ gezogenheit auf ſich und ihre alleinige Gedankenſphäre und Sprache hinſichtlich des kirchlichen Bekenntniſſes hervor. Ich meine hier begreiflicher Weiſe wieder nicht diejenigen, die überhaupt das Wort Gottes als Erkenntnisquelle in göttlichen Dingen verwerfen; auch denen, welche auf dem Boden der Offenbarung und des kirch⸗ lichen Bekenntniſſes zu ſtehen behaupten, geht nur zu häufig die treue, volle Herzenshingabe an das Bekenntnis ab. Was die Kirche unter ſchweren Kämpfen, unter ſichtbarer Führung des heiligen Geiſtes als bleibendes Zeugnis von der Wahrheit, die aus Gott iſt und als Erlebnis dieſer Wahrheit für alle Zeiten feſtiglich ausgeſprochen hat; was der Herr, der erhöht iſt zur Rechten der Majeſtät Gottes, unſere Väter, deren Gewißen in Gottes Wort gebunden und deren Sinne vom Geiſte Gottes er⸗