Druckschrift 
3 (1874)
Entstehung
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heiligen Gott und Seinen großen Thaten, an die Lieder, die ſie zu ſeiner Ehre geſungen haben, zu freudigem Dank für Seine Barmherzigkeit und Treue, der auch Seines eingeborenen Sohnes nicht verſchont, ſondern ihn für uns dahingegeben hat mit einem Wort, daß die Hingabe an den Herrn Jeſus und Seine Kirche, da er das Haupt iſt, in weiten Kreißen und Lebensgebieten ſo ſchmerzlich vermißt wird. Ich will gar nicht einmal von den frechen Läſterern des heiligen Namens Gottes, nicht von den feindlichen Schaaren derer reden, denen das Kreuz Chriſti ein Aergernis und eine Thorheit iſt, die ſich von der Kirche und ihren Gnadenmitteln gänzlich losgeſagt haben und auf dem Wege, der ins Verderben führt, dem ewigen Tode unrettbar entgegen⸗ gehen: nein, ſelbſt bei denen, die noch hören, ja die auch nicht ungläubig ſind, ſondern im Allgemeinen gläubig, ſuchen wir die ſo unerlaßliche Hingabe an das Bekenntnis, an die Kirche und ihre Lebensordnungen oft ſo vergeblich. Sie hören wol das Wort Gottes, aber ihre Seele bleibt doch, wie ich oben in ähn⸗ licher Beziehung ſagte, im Weſentlichen für ſich; und ſowie nun die ewigen Gedanken Gottes des Herrn und das hochgelobte Zeugnis Seiner Thaten mit den kleinen, zeitlichen Gedanken im eigenen Innern in Widerſpruch treten, da drängen ſich dieſe irrigen und beſchränkten Vorſtellungen und Begriffe des natür⸗ lichen Ichs wehrend und hemmend immer wieder vor, und er⸗ kühnen ſich, mit ihrem nichtigen Maßſtab des allmächtigen Gottes Wege zu richten. Ja, es iſt bekanntlich gar nicht ſelten, daß man thörichter Weiſe ſich das Wort Gottes zur Waffe zurecht macht, damit gegen das theuere Bekenntnis der heiligen Kirche zu kämpfen.

Ueberall macht dieſe Verſchloßenheit der Seele, daß ſie nicht aus ſich herausgeht und an den ſich hingibt, der ſie tragen will, ihren trübenden und zerſetzendeu Einfluß im Haus, wie in der Schule und der Kirche geltend.

Wenn der Vater oder die Mutter, der Lehrer oder der Geiſtliche das gemeinſame Gebet ſpricht, dann ſollen Kinder,