18
nischen Substantivs schwerlich entschuldigen laszen; der Dichter hätte dann ohne allen Zweifel entweder zu 6⁴οσσ ein neutrales Adjectivum oder aber zu dνias nicht Sdοοs, sondern ein femininisches Substantivum gesetzt. Noch weniger wol kann die Annahme eines ganz unbekannten Wortes dnuεniæ in vermeintlich zusammengezogener Form deνμα gerechtfertigt werden.— Die dritte Erklärungsweise billigt zwar Lobeck ad Ajac. p. 138 insoweit, als er die Möglichkeit, νανμεοεα sc. Goα für iuto(ebenso wie uxreoen für»ös) zu sagen nicht bestreitet; weisz aber doch kein bestimmtes Beispiel dafür anzu- geben. Zudem, wo der Ausdruck vis(und nicht„urrεʃνν) so dicht dabei steht, könnte auch der Gegensatz nicht wol durch εαυᷣ να sc. ²oα, sondern müszte vielmehr in ent- sprechender Weise mit uεοα gegeben werden.
Mit einer kleinen Aenderung hat daher Fr. Thiersch ocuias geschrieben, und Schneidewin statt der„unerklärlichen Lesart der Quellen“ diese Conjectur, welche zu dem Aias 9Gναρmεεεαι εεέκιιννν oονσασα(wie eben Tekmessa angegeben) einen trefflichen Gegensatz bildet, in den Text aufgenommen mit der Erklärung:„welch lastendes Leid hat die vergangene Nacht gegen die frühere Stille sich eingetauscht.“„Denn nach dem Waffengericht— fügt Schneidewin zur Rechtfertigung„der Stille“ hinzu— hatte Ajas sich still und ruhig in sein Zelt verschloszen.“ 6
Allein so sinnreich diese Vermutung auf den ersten Blick erscheint, so erregt sie doch bei genauerer Erwägung mehrfaches Bedenken. Denn erstens konnte der Chor den Zustand des Ajas vor der verhängnisvollen Nacht doch unmöglich als„eulc, als Stille, Ruhe, Gelaszenheit bezeichnen, da ihm der erschütternde Eindruck, den das Waffen- gericht auf seinen Herrn gemacht hatte, wahrhaftig nicht verborgen bleiben konnte. Der Chor weisz vielmehr, dasz sein Herr von dem unglücklichen Ausgang des ungerechten Gerichts und dem Verlust der Achilleischen Waſfen so schwer betroffen ist, dasz er seiner alten Heldenkraft ganz vergeszen hat und in ruhmloser Unthätigkeit von dem un- glücklichen Ereignisse schon lange wie gelähmt erscheint.*) Sodann bildet doch eigent- lich zu oeui« das folgende 5⁴οσα, so allein gesetzt, den erwarteten Gegensatz nicht; statt Hocuia müszte ein entsprechenderer Ausdruck zn Sdος gewält sein, oder statt„αoos ein entsprechenderer zu ¹οέιναμς Demnach wird auch diese Conjectur von Fr. Thiersch schwer- lich befriedigen können.
Die Spuren des Scholions iνιεοεας oder ννμᷣ iaso und die darauf gestützte Erklärung scheinen auf ein Wort zu führen, das gerade im Gegenteil Unglück, Unheil bedeutet,
und so hat Sophokles vielleicht geschrieben:
1) Vgl. V. 195 ff.(192 fl. W.) wo der Chor seinen Herrn mit den Worten zu energischem Ein- schreiten auffordert d³νν C⅜α ε 56 ½, 6τ0ν ε⁴αάενμαοωeνQ οdεεει τποπ—Qłινο mwτανπνες ννσ,
„.„ &τσαυν ορσσαν σάέꝓν.


