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Zweitens aber hätte Rreon, wenn er selbst wirklich das etwaige Dazwischentreten des Theseus als seinem Vorhaben hinderlich im Sinne gehabt, dieses vielmehr schon nach der festen Versicherung: 26ν, αmμ⁴ςσναι 2αρα hinzufügen müszen, während es hier in seinem Maunde nicht mehr paszt. Um einen solchen Schein des Rechts ist es ihm jetzt, wo er die beiden Töchter bereits entführt hat, sicherlich nicht mehr zu thun; eine der- artige Scheu vor der Obrigkeit des Landes an den Tag zu legen kommt ihm schwerlich in den Sinn, wie denn auch die uaecbfolgende Rechtfertigung vor Theseus nirgends eine besondere Rücksicht auf diesen verrät. Rreon will vor allen Dingen seinen Zweck er- reichen, und da ihm diesz, wie er sicht, in Güte nicht gelingt, trägt er kein Bedenken, das andere noch übrige Mittel, nämlich Gewalt, anzuwenden.
Sehr angemeszen aber erscheint es, dasz der Chor noch ein Wort auf das trotzige zuversichtliche renodgerat erwidere. Mit dem machflosen dεειι⁶νντέωꝛτιςαοe⁷ kann er hier dem Rreon gegenüber um so weniger schlieszen, je fester und unerschütterlicher sein Vertrauen auf den Herrn und Rönig seines Landes steht, der nicht dulden wird, dasz fremde Gewalt ungestraft sich an des Landes Gastfreund vergreife. Ich glaube daher, dasz die Worte dem Chor zuzuweisen und demgemäsz so zu schreiben sind:
XO. v-* 10 0ν 20εενν T*ε⁴ yis GA/ειιο⁴α.
„Wenn nicht der lerscher dieses Landes dir wehren wird“ fälit der Chor dem Rreon auf dessen 10ν0„O etodeeret ins Wort;„du sprichst so sicher von der sofortigen Aus- fübrung deines frevelhaften Vorhabens, als ob Niemand meéhr Wäre, der dir wehren könnte; noch ist einer da, der die Macht hat, deine That zu vereiteln, der Herscher dieses unseres Landes, der hier die Gewalt besitzt und sie auch üben wird.“ Der Grund, warum in den Handschriften der dem Chor gehörige Vers dem Kreon zugeschrieben und darnach*ν νQν ℳ⁶˙ν e*έαονυννππ geändert ist, liegt darin, dasz keine weitere Antwort Kreons auf dieses Wort des Chors erfolgt, sondern sogleich Oedipus in seiner Entrüstung da- zwischen fährt. Aber darin erblicke ich gerade eine grosze Feinheit des Dichters, dasz er dem Rreon durch das Dazwischenreden des Oedipus die Möglichkeit nimmt, auf das letzte Wort des Chors besonders zu antworten; das würde zu lBeßpeninegen geführt haben, die beszer zu vermeiden waren; oder vielmehr es war eben darauf nichts zu er- widern; darüber konnten nicht Worte, sondern nur der thatsächliche Erfolg entscheiden.
Die gewisse Zuversicht des Chors, dasz sein Herr in dem entscheidenden Momente erscheinen und die fremde Gewalt abwehren werde, prieht, sich auch in der gleich fol- genden Antistrophe 876 fl.(873 fl W.) aus:
Chor: Welch freche Rühnheit, wenn du das zu vollführen gedenkst.
Kreoy; Ich gedenk. es., he 4
Chor: Dann müszt es mit dieses Staates und seines Herschers Macht: am Eade sein.


