Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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mannen, meine einzigen Getreuen, die ihr allein noch in der rechten Ordnung und Herzensstellung zu mir unveränderlich beharrt, da seht ihr nun, welche Woge vom blutigen Mordsturm eben mich rings im Rreise umströmt und die Salaminier können bei solchem Anblick allerdings nicht anders, als die entsetzliche Wirklichkeit nunmehr anerkennen, Tekmessas Schilderung ist nur zu wahr gewesen. Doch wie ein Blitz- stral die dunkele Nacht, durchzuckt noch einmal ein Hoffnuagsschimmer die Seele des gefallenen Helden: bei den getreuen Mannen, die einst von der lieben Heimat mit ihm hierher gezogen, ist vielleicht noch eine Zufluchtsstätte zu finden, während ihn sonst alles verläszt. Aber es war nur ein Zucken des Blitzes, ein heller Moment und die frühere Nacht lagert sich um so dunkeler auf seine Seele, bis diese keinen Ausweg mehr weisz, als durch des Todes Pforte in den finstern Hades hinabzusteigen.

Diesz musz der Sinn der vielbesprochenen ersten Antistrophe sein, die jedoch an einer Stelle offenbar verderbt ist. Die Handschriften haben alle die oben angeführte Lesart: Trοϊνι εmπ⁵αιονι, wozu der Scholiast bemerkt: 1TO1⁴εένF²ſN06 ndous ., 10 S0900 de ddl d netuetn 20 qoorricety und ϊιοιν J⁴αννυ νm⁸ 1rO½ιαἀ‿ν⁶νντιννQασ αισα ντα. G. Hermann billigt diese Erklärung und läszt also O⁴ℳέιννσm"on 6 νο ab- hängig sein. Aber dagegen hat schon Lobeck) mit Recht bemerkt, dasz doch Ajas seine Salaminischen Mannen unmöglich oi¹ereg nennen könne; eher gienge es umgekehrt, dasz die Salaminier Ajas als ihren row⁴οαν bezeichneten. Daher hat man denn auch wirk- lich ομινιων von Ajas selbst verstehen wollen, sei es dasz&mrμαονκαιον, wie Bernhardy in der Syntax S. 181 annimmt, die Bedeutung von dευη᷑⁴&⁵εᷣνον habe und nach der Ana. logie dieser Verba der Genitiv zu erklären wäre:dich sehe ich allein als einen solchen, der von den Hirten d. h. von mir abwehren d. h. mich schützen wird; oder dasz errαeν- réœw, wie Lobeck andeutet, nach Analogie substantivierter Participia, wie υαορνυνν, xerdν 1τωυοσοσον den Genitiv bei sich habe: ²)als zukünftigen Helfer der Hirten. Gegen diese Substantivierung unseres Particips hat sich schon G. Hermann und hernach Wunder über Ch. Aug. Lobecks neue Ausgabe des Sophocleischen Aios Leipzig 1857 S. 125 erklärt und mit Recht geltend gemacht, dasz das Participium erπμαρνειςοα, an un- serer Stelle als s. g. ergänzendes Participium von dε⁴οσνμα abhängig, hier nicht substanti- visch gebraucht werden könne. Was aber Bernhardys Erklärung betrifft, so steht dieser

1) ad Ajac. p. 258 ed. II.Jam si chorus Ajacem 10G1ει να suum appellaret, nemo sane haereret; dicitur enim illud pro v7,de⁴αέ⁴eν sicut verbum 7101¼1α⁵άvεονν pro fovere; sed cives regis 1τ0 ιαισςσ svo- cari, quantumvis ei faveant et opitulentur laboranti, parum conveniens videtur.

2) Ueber die wenigen derartigen Participia bei Homer,welche ihre verbale Natur völlig aufgege- ben haben und zu Substantiven geworden sind vgl. jetzt auch Classen Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch. Zweiter Theil. Frankfurt 1833. S. 7 fl.