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Sündenthat sei, wie man wol behauptet hat, über die Schande und Schmach, in die der Thäter geraten, über die zerstörte Existenz und das unabsehbare Elend, in das er verfallen, ist nach dem, was wir bisher in den Sophokleischen Tragödien beobachtet haben, entschieden unrichtig. Das nächste und mächtigste Weh, das die Seele erfaszt, ist freilich der Schmerz über das durch die Sündenthat verursachte Unglück,¹) über die auf immer vernichtete Freude und Ehre des Lebens, über die gänzliche, unheilbare Zerstörung, die nun vor Augen liegt. Aber in diesem wenn auch noch so tiefen Leid über die äuszeren Folgen der Sündenthat geht doch aller Seelenschmerz nicht auf, so dasz diesz der einzige Inhalt desselben wüäre. Es dringen auch noch andere Schmerzens- stacheln in das Herz. Um es hier noch einmal zusammenzufaszen: die„6νμοο ιυννέοdes treten auch mit vor die Seele und die uner trägliche Schwere des Fluches wird als Folge der Uebertretung dieser höheren Ordnungen empfunden; die T.Aααο diνν, uνεο⁸ Zus,*) die dπαιπαοαiινοσ und Gεέευ ʒSizn,,*) und odοαe⁵ 9ι*v' zeigt ihr unveränderliches strenges Angesicht, und des Unglücks Last erscheint als Strafe für die d30⁸, die in frevelhafter Eigenmacht die Schranken überschreitet und das Gesetz mit Füszen tritt; d⁴⁴ε ρι⁴˙εσασον G.νεναι Aizi, νεα wie Solon in der bekannten Elegie(bei Dem. de fals. leg. p. 421 Rsk.) v. 13 über seine Zeitgenoszen klagt.) Oder der Gedanke an die irgendwie beleidigte Gottheit selbst*) steigt in der Seele auf, und das segenwärtige Unglück in seinem ganzen Verlauf wird zugleich von der Gottheit, die ihre ⁵α‿οςαα εsπ νιε also offenbart, als Schlag“)— gleichsam als vergeltender
und zurückdrängender Gegenschlag gegen die menschliche 6rrενσαοα— uncd als deic„6008*)
1) Wie diesz unter andern der Exangelos im Oed. Tyr. 1282 ausspricht: 0 ι¶ᷣłραμα⁴ααες ν ονmςs„ ⁴σοσε ε⁴ε̈ν 671808 deεααοςν ν ε vIde r⁴αορσ Grεeεαικνμςσ, τ, dαοs, lοmνιν, 2αυ³α dν ευι πἀντον§ν⁴⁶ετν d⁶eν 2ονꝙ εια.
2) Oed. Col. 1381. Vgl. Eur. Med. 764 G Zed Aiun e Zurò Hiou ze mς.
5) Dem. adv. Aristog. 11 L„ d*τιαρατννQ Q⁊ä Geεουνν Siæ Oogeds.αοἀ τωιν ꝙταωι αdς ϑ⁶νυοω⁷ T*ση mεαρνμέννννπανια τ 2νν dϑορννς ⁵ε†⁵ρ Sie kommt, wie der Chor die Elektra tröstet 9εαι σεοσ̈να Qηιοσσνιἀ⁶ε,)(El. 473 f.) und mit ihr die IMlνναοιει Hοιννιςε, die Vollzieherin ihrer Befehle(El. 491).
4) Electr. 1064 Vgl. Eur. Med. 208 9eοslurer*ꝗ%‿⁶ιαα νσοωοισάόσστι⁴ν 2'⁷ς dοzνieꝝ νέν
5) Antig. 855 ff. Vgl. Aesch. Ag. 585. Eum. 339.
6) Aj. 172 fl.
7) Aj. 137. 279. 738 fl. 0„⁴ Eσσ ανννννπα σσρααια HπQαπτειιν 6αο˙έαας 1μ⁵ dεέν ϑ⁶οσ O.εςεαας— 6011 deνορρσ᷑ερμον Tνασι εαειἀοτν Ʒέρρεετα—υ ꝛα dνϑισπ, qovel.
8) Aj. 172 fl. 183. Electr. 1382 f., wo Electra zu Apollo betet:
2l deεον*‿μασισοσ rdππιτειιμι 11¹ duςοεέαςα ς ⁶οαυοονιταα sol.


