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len;) wer auf Leben und Tod angegriſſen werde, der wehre sich und frage nicht lange, ob der Angreifende etwa sein Vater sei; und was die unselige Heirat anbelange, so sei das mehr der Mutter, als seine Schmach.“ Dagegen sticht freilich der verzweiflungsvolle Sünden- schmerz im Rönig Oedipus gewaltig ab. Indeszen zweierlei ist dabei doch nicht zu über- schen, einmal, dasz es hier im Oedipus Coloneus eben darauf ankam, die endliche Erlö- sung des greisen Dulders zu motivieren,— weshalb wir ein andermal, wo wir von der Un- zulänglichkeit der Erlösungsgedanken bei unserem Dichter im Vergleich mit der Fluchem- pfindung zu sprechen gedenken, noch einmal auf diesen Punct zurückkommen werden,— sodann brechen doch selbst auch hier trotz dieser rechtfertigenden Tendenz der Tragoedie, an verschiedenen Stellen gewaltiger als alle Reflexion die alten Schrecken über die Untha- ten, die er verübt, mit erneuter Stärke hervor—„Gυνιάαοεννοοοσνςα αάτον ε σeυννεμι⁶νισεςσ να τ⁴αει³ ꝛ*μωυν τιιν‿ 2σνννμαχ᷑:᷑—οτιιν ⁷ 2α νοννοιυνμιννυνν. 6
So gleich dem Chor gegenüber, wo er den Verwegenen sucht, der sich unterstanden hat, in den unbetretenen Hain der Erinyen zu dringen; denn als jener nach des Fremdlings Geburt und Vaterland fragt,*) da treten doch die Greuel der Vergangenheit wieder lebendig vor Oedipus Seele.„Nein, nein, frage nicht, wer ich sei,“ wehrt er mit innerem Ent- setzen; und als die Roloniaten sich nicht abweisen laszen, sondern nur noch mehr in ihn eindringen, da schen wir den Seelenkampf und die Ueberwindung vor Augen, die es ihn kostet, des Laios und des Labdakidenhauses und des unglücklichen Oedipus zu gedenken.*) In gleicher Weise ertönt das doppelte weh! weh! aus seinem Munde, als etwas später(an der bereits erwähnten Stelle) der Chor das alte schlummernde Leid von neuem aufweckt!*) Trotz seiner Selbstrechtfertigung oder so zu sagen seines guten Gewiszens bangt dem Oedi-
pus doch davor, den Schleier vor der schrecklichen Vergangenheit zurückzuzichen:„bei
1) Worauf sich aber fast die Worte der Electra erwidern lieszen, die diese der Rlytemnestra auf deren Zugeständnis Agamemnons Mörderin zu sein, entgegnet Eleetr. 558 απσιέαορα G τe ατιε dν r0⁴τοι ⁴⁶eο νέινοιτένταἀχo Elcον ι, str 00» duαᷣς, slre 4;
2) Oed. Col. 204 fl.
3) Oed. Col. 215 ff. ³ 14 2„⁴, T1, οmQν ενα⁴ν antwortet Oedipus auf die Frage des Chors: xiyos el ⁶ααιοιιααάαοο α ε⁴tmνε, qοet,.H.νπσεν
4) Oed. Col. 310 ff. Es ist übrigens eine sehr tiefsinnige Anlage dieser Stelle, in dem Drama, in welchem es sich um die endliche Erlösung des vielgeprüften Dulders handelte, gleichzeitig mit der(objectiven) Verrichtung der vorgeschriebenen Sühngebräuche dem zu sühnenden Greis ausdrücklich das(subjective) Gesländnis seiner doppelten Sündenthat abzunötigen, und zwar so, dasz das Bekenntnis des scbrecklicheren der beiden Vergehen vorangieng;— eine Art Beichte, deren Erust freilich durch die gleich darauf folgende selbsteigene Rechifertigung des Thäters
wieder gebrochen wird.


