In keinem seiner Dramen hat bekanntlich Sophokles die Schwere des Fluchs, die auf der Sündenthat lastet, in so ergreifender Warheit dargestellt, als im Oedipus Tyrannos. Alles hallt von diesem Fluche und den Rlagen des unglücklichen Rönigs wieder. Mit dem Moment, wo die entsetzlichen Greuel seines Lebens ans Licht gekommen, wie er selbst sagt):
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00 zor» 4d' Gεαι³αι ονςα 1²εᷣ 4 oux Sdst*‿ακναν brechen die Schrecken dieser Thatsache unaufhaltsam über ihn herein. Schon ist unter den Schauern der Verzweiflung Jokaste im Selbstmord erlegen;— ihres Gatten Mörder ihr Sohn, der Vatermörder ihr Rind und ihr Gatte, ihre Rinder mit ihrem Rinde erzeugt, diese drei- fache Last des Elends erdrückt ihre Seele so, dasz sie das Leben nicht mehr ertragen kann und dem tötenden Bewustsein durch den Tod ein Ende zu machen gedenkt. Tiefer aber bohren sich diese glühenden Stacheln dem Rönige selbst, dem Sohn und Gatten der Mutter, dem Vater und Bruder der eigenen Rinder ins Herz; unter der unerträglichen Wucht des Unheils bricht er laut stönend an Jokastes Leichnam zusammen, und liegt in dumpfem Schmerz am Boden, bis er die spitzen Spangen aus dem Rleid der todten zieht und mit erbarmungslosen Stöszen die Augen trifft, die seiner Schandthat Zeugen waren; es flieszen die getroſfenen Augensterne und das schwarze Blut aus den zerstörten Augenhölen auf den bleichen Wangen herab, aber weit entfernt, dasz sich die Qualen an seinem Leibe damit erschöpft und die verklagenden Gedanken— eεrroν oioeec⸗ vcl ευνι,ſm(αἀκνν)— gestillt haben, der nicht ruhende Fluch seiner Thaten soll seine verderblichen Wirkungen noch weiter erstrecken; Oedipus will hinausgestoszen werden aus dem Lande, dessen Verderben
1) Oed. Tyr. 1184 f. oder wie es Tiresias in den kurzen schweren Worten voraussagt Oed. Tyr. 451 ff. qœiνναρεrα τε άαυαασ* τσςσ πον ονυ d& ⁶εκαασο ατsς να πινα deε 1 S—ν „uαια bες ταα πιασιςι ταά τοι N.ιG d.αχα⁴ mάοοος e*α νσQέσ⁹ς und Oedipus nochmals zuletzt seinen unglücklichen Rindern vorhält Oed. Tyr. 1496 ff.
2) Oed. Tyr. 1318. 1


