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Giebt es Herrlicheres, als was Fernando(1V, 53) und Moniz gethan? Kann sich irgend ein Held des Altertums rühmen des Mutes und der Thaten eines Almeida(X, 19), oder eines Pacheco(X, 26)? Selbst Cäsars und Alexanders Ruhm ist nichts gegen den Alfonsos I., der mit so kleiner Zahl die gewaltigen Massen der Feinde zu Paaren trieb(VIII, 12). Nie sind Sang und Saiten zu Ehren von Thaten erklungen, die es mehr verdienten, als Portugals herrliche Sieges- thaten in Cochim(II, 52). So gross und unwiderstehlich erscheint ihm die Gewalt, Macht, Kühnheit und Tapferkeit der Lusitanen, dass sich alles vor ihnen beugt und niederwirft, dass selbst die Elemente sich willig von ihnen bemeistern lassen, und Neptun, der Herrscher des Meeres, vor ihrem Wagemut erzittert(II, 47). Darum kennt auch jedermann die Portugiesen, ihr Lob ist in aller Munde(II, 103, 111). Mit Stolz jubelt Camöes es aller Welt zu, dass sein Vaterland es ist, das eine der grössten Thaten vollbrachte, der Wut des Nereus erfolgreich trotzie(Il, 112) und den Ozean für immer der Herrschaft des Menschen unterwarf.
Das zu erreichen war aber nur den Portugiesen möglich, deren Heldenmut und Kühnheit, alles zu wagen, ohne Grenzen ist, die als der Väter Erbteil überkommen haben
Que 05 muitos por ser poucos nüo temam,
was sie Hunderte von Malen in der Geschichte gezeigt haben; die im Verein mit ihrem Landes- herrn stets das unbezähmbare Bedürfnis hatten:
descobrindo 05 mares inimigos De saber, que fim tinham e onde estavam As derradeiras praias, que lavavam.
Selbstbewusst verkündet er, dass ihr ganzes Thun ein edles gewesen ist, nicht von schnöder Habsucht geleitet wurde(VII, 2); stets im Auge behaltend ihren Beruf, die Ausbreitung der Kirche (VII, 3), sind die Lusitanen sich ihrer civilisatorischen Aufgabe fortwährend bewusst gewesen, damit endlich
Por elles, de tudo em fim senhores, Seräo dadas na terra leis melhores.(11, 46)
Nie hätten aber die Lusitanen so Herrliches vollbringen können, wenn nicht Volk und Fürst einmütig zu einander gestanden hätten. Nur dann kann das Vaterland bestehen, wenn Volk und Fürst eins sind. Portugals Herrscher sind‘darauf bedacht gewesen, accrescenter a terra chara (IV, 67), Mehrer des Reiches zu sein; ihr Ziel und Zweck war die Grösse des Reiches, wie König- Johann und Manoel beweisen; ihrem Volke waren sie leuchtende Beispiele des Mute; und der Tapferkeit (IV, 38). An das Volk aber tritt die Mahnung heran, treu zu seinem Fürsten zu stehen, für den alles zu thun und zu ertragen es bereit sein muss, wie Gama es für Manoel zu thun so trefflich ausspricht(IV, 79/80). Was man aber für seinen Fürsten freudig übernimmt(V, 71), das sollte man noch vielmehr alles erdulden,- um die Grösse des Vaterlandes zu mehren und zu erhalten, um die Freiheit desselben zu wahren(IV, 15).
Völlig unbegreiflich muss es ihm daher erscheinen, wie jemand imstande sein kann, zum Verräter an seinem Vaterlande zu werden, wovon die portugiesische Geschichte leider auch Beispiele aufzuweisen hat(IV, 33). Vaterlandsliebe muss sich durch ihre Treue vor allem als echt erweisen, eine Treue, die auch dann bewahrt wird, wenn das Vaterland mit Undank und Verkennung seinen Söhnen lohnt, wie uns die Heldengeschichte Portugals an zahlreichen Beispielen lehrt und der Dichter selbst durch sein eigenes Verhalten. Er hatte den Undank des Vaterlands erfahren, wie selten einer. Mit seinem Blute hatte er ihm treu gedient, aber es fand später keine Verwendung für ihn, seine Dienste vergass es. In seinem Innersten durch diesen Undank gekränkt, hatte er


