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wäre, jedes Mittel zur Vertilgung aber recht ist. Das aber muss dem Dichter anerkennend zugestanden werden, dass er mit Recht seine kräftige Stimme erschallen lässt gegen die schnöde Türkenwirtschaft im Osten Europas, die durch elende Missbräuche seinen ganzen Groll erregt hatte(VII, 13). Auch ist Camöes der Erste gewesen, der zur Befreiung Griechenlands vom türkischen Joche aufruft (VII, 13).
Manche Züge sind jedoch in den Lusiaden anzutreffen, die nicht so recht mit seiner Recht- gläubigkeit als Katholik im Einklang stehen.
Öfters hat er auch antike Anschauungen ganz zu den seinigen gemacht. Dem Muster der Alten folgt er in vielen Ausdrücken und Benennungen, mit denen er das höchste Wesen belegt, bisweilen spielt trotz göttlicher Vorsehung das blinde Fatum eine Rolle; ganz antik ist, dass die Nemesis der Schifismannschaft an Afrikas Küste die Skorbutplage schickt— fast klingt hier so etwas durch wie der Neid der Götter. R
Auf die Verkündiger der christlichen Lehre ist er oft recht herzlich schlecht zu sprechen. Selbst der Stellvertreter Christi auf Petri Stuhl findet keine Gnade vor ihm. Sehr herb und bitter klingt es, wenn er ihm vorwirft, dass er schuld am Verfall Italiens ist:
Mas despois que 0 porteiro tem divino, Perdendo o esforco veiu e bellica arte: Pobre esta ja da antigua potestade.(III, 15.)
Schwere Anklagen gegen die Geistlichen beweisen, dass er nicht blind ist gegen pfäffische Gelüste. Besonders wirft er ihnen vor Gier nach Gelderwerb, die sie oft hinter dem Gewande der Tugend verstecken(VIII, 99); statt christliche Liebe auszubreiten, wie es ihr Beruf erheischt, streben sie nach Reichtum und Ämtern—
aquelles, que devem d pobreza Amor divino e ao povo charidade, Amam sömente mandos e riqueza, Simulando justica e integridade—(IX, 28),(vgl. dazu X, 150).
Den Herrschern und Grossen dieser Welt sind sie zu Willen, das gemeine Volk findet aber keinen Anwalt an ihnen; selbst den wahren Glauben lehren sie nicht immer(vgl. X, 119). Am verhasstesten aber ist es ihm, wenn die Geistlichen in der Umgebung des Herrschers sich pfäffischen Gelüsten ergeben, hohe Kirchendiener in der Verwaltung von Staatsämtern nicht gewissenhaft sind, da doch der Fürst auf sie sich verlassen muss. Voller Ingrimm ruft er aus:
Nem täo pouco direi, que tome tanto Em grosso a conseiencia limpa e certa Que se enleve n’um pobre e humilde manto, Onde ambicdo a caso ande encoberta: ' E quando um bom em tudo€ justo e santö Em negocios do mundo pouco acerta.—(VII, 55.)
Wir müssen Camöes’ Freimut bewundern, mit dem er in einer Zeit wie die seinige das aus- spricht, nennt er es doch selbst eine materia perigosa(X, 120), die besser unerörtert bleibt. Aber gerade diese Offenheit und Wahrheitsliebe allen gegenüber ist ein Hauptvorzug des Charakters des Dichters. Freimütig klagt er die höchsten Kreise der Verderbtheit an, dass keiner no bem publico imagina, dass die meisten dem Eigennutze fröhnen und
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