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Gott lenkt das Weltall, er regiert die Welt(VI, 81, IX, 5) und alles, was darin geschieht. Zwar sind die Wege Gottes dunkel, doch nur der Unverständige kann in der Welt von blindem Zufall reden: Oceultos os juizos de Deos süo! As gentes vüas, que nüo os entenderam, Chamam-lhe fado mdo, fortuna escura, Sendo sö providencia de Deos pura.(X, 38.)
Der Mensch mit eigner Kraft vermag nichts gegen des Himmels Macht, denn auf des Herrn Wink vergeht selbst der Hölle Grauen(III, 112). Diesem Gott kann der Mensch unbedingt Vertrauen schenken, da seine escondida provideneia weiss, was zu allem gut und dienlich ist. Gottes Hilfe que o impossibil pöde(VI, 80), vermag in Kampfesnot und Gefahr mehr als grosse und zahlreiche Streitmacht(IIl, 82); ohne sie ist der Mensch machtlos(III, 34), sie ist auch im Kleinsten und Schwächsten mächtig(III, 43).'Tückischer Bestrickung und drohender Gefahr kann sich niemand entziehen, wenn nicht Gottes Macht sich der armen Menschheit erbarmte:
Quem podera do mal, apparelhado Livrar-se sem perigo sabiamente, | Se la de cima a Guarda soberana Nüo acudir a fraca forca humana?(II, 30.)
Von unserer Seite ist dazu ein fester Glaube an Gott und seine Allmacht, Weisheit und Fürsorge für die Menschen nötig. Dieser Glaube an Gott und an seines Sohnes menschenerlösende Sendung vermag mehr als alle sonstige Kraft und Kunst des Menschen. Gott seinerseits schützt die, welche sich ihm ergeben und die Seinen werden, wie er den Pacheco bei seinen Thaten in seinen Schutz genommen hat(X, 17). Diese feste Zuversicht göttlichen Schutzes und göttlichen Beistandes vermag allein auch ein starkes Herz vor Sorge und Misstrauen im Leben zu schützen(III, 109). Doch will Gott um seine Hilfe angerufen werden, sein Segen will erbeten sein. Deshalb fleht man zu ihm vor der Abfahrt nach Indien(IV. 86 ff.);&ama, der wohl weiss, dass er in Gottes Hand steht, betet im Sturme um Hilfe von oben(VI, 80 ff.).
So sehr Gott aber die Seinen in Obhut nimmt, ebenso sehr ist er gegen Frevler ein zürnender und strafender Gott. So erfüllt sich an Alfonso der Mutter Fluch(III, 69), in Fernandos Geschick müssen wir die Strafe des Himmels erblicken(III, 139), die jeden erreicht, der seinen sinnlichen Begierden folgt(III, 140), auch wenn Gott in seiner Langmut oft die Strafe aus uns unbekannten Gründen aufschiebt(III, 69). Alle diese Lehren müssen üns tief ins Herz eingeschrieben sein (vgl. I, 66). Sie werden uns übermittelt durch die Kirche, durch die wir allein der Gottesgemeinschaft teilhaftig werden können. Diese Kirche kann aber nur sein die katholische, die alleinseligmachende, deren gläubiger Anhänger Camöes ist. Sie ist die madre igreija(X, 40), deren Ursprung und Wesenheit im Himmel ist(VII, 2). Was sie lehrt, ist allein zu glauben. In dieser Hinsicht ist Camöes streng gläubiger Katholik. An Wunder und ‚überirdisches Eingreifen Gottes glaubt. er. Mit Überzeugungstreue trägt er das bei König Johanns Thronbesteigung geschehene Wunder(IV, 3) vor, stolz berichtet er als eine Heldenthat Alfonsos, dass er des Märtyrers Vincenz sanctissimo corpo venerado nach Lisboa gebracht habe(III, 74).
Jede andere Religion als die katholische ist selbstverständlich eine grobe Ketzerei, die vor Camöes’ Augen keine Gnade finden kann; von religiöser Duldsamkeit ist bei ihm keine Spur zu entdecken, für ihn gilt nur das Christentum in der Form und Gestalt des Katholieismus(VIII, 47 a divina f€ und viele ähnliche Stellen).- Mit Abscheu blickt er auf die Deutschen, die dem neuen


