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jedoch mehr zu erweitern und wiſſenſchaftlich zu befeſtigen, und iſt ſomit der Grün⸗ der der ſogenannten deutſchen Schule.
In Deutſchland iſt man heute faſt allgemein daruͤber einig, daß die Laut⸗ ſprache beim Unterrichte der Taubſtummen mit dem größten Nutzen anzuwenden ſei, auch iſt ſie in den meiſten Anſtalten mit gutem Erſolge eingefuͤhrt. Nur findet darüber noch keine Uebereinſtimmung ſtatt, in welchem Grade die natür⸗ liche Geberdenſprache damit zu verbinden, und ob ſie mehr auf einem ſprachlich formellen, oder auf einem praktiſchen, durch den täglichen Gebrauch ſich anzu⸗ eignendem Wege zu behandeln ſei.
Wir ſind nun in der Geſchichte des Taubſtummen⸗Unterrichts bis zur Grün⸗ dung der Taubſtummen⸗Anſtalt in Wien, der Mutteranſtalt des Inſtituts in Camberg, gekommen, worüber in Folgendem das Nöthigſte angegeben iſt.
Kaiſer Joſeph II. reiſte 1777 nach Paris. Während ſeiner Anweſenheit daſelbſt beſuchte er auch am 7. Mai d. J. die Anſtalt des Abbé de'Epée, der nicht allein durch den Ruf ſeiner Leiſtungen des hohen Gaſtes Aufmerkſamkeit, ſondern auch deſſen volle Achtung und Verehrung durch ſeine menſchenfreundlichen Aufopferungen erregt hatte. Der Kaiſer wohnte den Unterweiſungen des Abbé de PEpée bei, und ward durch die großen Kenntniſſe der Schüler in Verwun⸗ derung geſetzt. Er beſchenkte den Lehrer mit einer goldenen Doſe nebſt 500 Louisd'or, ebenſo die Schüler mit 50 Louisd'or und beſchloß ein gleiches öffent⸗ liches Inſtitut in ſeiner Reſidenzſtadt Wien zu errichten.
Der Prieſter Dr. Friedrich Storck wurde darauf alsbald nach Paris ge⸗ ſchickt, um bei Abbé de l'Epée deſſen Methode im Unterrichten der Taubſtum⸗ men zu erlernen. Acht Monate war Storck zu dieſem Zwecke in Paris. Dar⸗ nach wurde von der Kaiſerin Maria Thereſia, 1779, im Bürgerſpitale zu Wien ein Taubſtummen⸗Inſtitut gegruͤndet und Storck als Lehrer angeſtellt. Dieſe Anſtalt wurde 1785 vergrößert und Storck zum Director derſelben ernannt, welcher er als ſolcher bis 1792 vorſtand. Nach Storck erhielt Joſeph May, der gleichzeitig mit jenem ſich zu Paris für den Taubſtummen⸗Unterricht vorbe⸗ bereitet, und bisher unter Storck's Leitung als Lehrer an der Anſtalt gearbeitet hatte, die Direction derſelben. Storck wurde mit ſeinem Abgange von dem In⸗ ſtitute Domherr und ſtarb 1823. Unter Storcks und May's Leitung wurde
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