Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
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Am 27. August besuchte Herr Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer den Unterricht der Kandidaten und jüngerer Lehrer, ebenso am 11. Dezember und 19. Februar.

Am 27. September von 3 5 Uhr und am 28. September von 810 wurden öffent- liche Prüfungen der Michaelisklassen VI bis UIII abgehalten, an denselben Tagen war auch die Aufnahmeprüfung der neu zugehenden Schüler. An dem letztgenannten Tage folgte morgens 10 ⁴¼ Uhr die feierliche Entlassung der Abiturienten durch den Direktor. Der Abiturient Rabbethge hielt eine Abschiedsrede über Walter von der Vogelweide. Herr Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer beehrte die Feier durch seine Gegenwart.

Die Herbstferien dauerten vom 29. September bis zum 13. Oktober. Das neue Herbstschuljahr wurde Montag den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet und 42 neu aufgenommene Schüler auf die Schulgesetze verpflichtet.

Mit dem genannten Tage traten als Probanden ein die Kandidaten Lehnert und Schlitt. Thieme verlieſs die Anstalt, um seine einjährige Dienstzeit bei dem hiesigen Infanterieregiment abzuleisten. Kandidat Detlefs blieb als unbesoldeter Hülfslehrer an der Anstalt, Dr. Bätjer ging nach Beendigung seines Probejahrs als Lehrer an eine Militär- Vorbildungsanstalt in Potsdam. Dr. Heermann, früher in Wiesbaden, übernahm als unbe- soldeter Hülfslehrer eine Anzahl Unterrichtsstunden. Der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Heil kehrte in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Wiesbaden zurück, die beiden letzten ordentlichen Lehrerstellen wurden durch den ordentlichen Lehrer vom Real- progymnasium zu Schmalkalden Dr. Iber und den wissenschaftlichen Hülfslehrer des Wilhelms-Gymnasiums Zimmermann besetzt.

Heinrich Iber, geb. am 17. März 1857 zu Wasenberg, Kr. Ziegenhain, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld von Ostern 1871 1876, studierte darauf in Marburg klassische Philologie und Geschichte und bestand am 30. Januar 1880 die Prüfung pro facultate docendi. Ostern 1881 trat er sein Probejahr am Königl. Gymnasium zu Fulda an und wurde nach Ablauf desselben mit der Versehung einer wissenschaftlichen Hülfslehrerstelle an genannter Anstalt und vom Herbst 1882 mit Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle am Realprogymnasium zu Schmalkalden beauftragt. Herbst 1883 wurde

er als ordentlicher Lehrer daselbst angestellt. 1887 erlangte er auf Grund seiner Dissertationde dativi usu Tibulliano die philosophische Doktorwürde.

Zufolge der Mitteilung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 9. Oktober wurde dem Oberlehrer Dr. Prätorius der Professortitel verliehen.

Am 21. Oktober beteiligte sich das gesamte Lehrerkollegium an dem Leichenbe- gängnisse des Professor Dr. Weber vom Friedrichs-Gymnasium.

Am 1. Advent-Sonntage, den 1. Dezember, fand die gemeinsame Abendmahlsfeier evangelischer Lehrer und Schüler in der Oberneustädter Kirche statt.

Am 5. Dezember abends wurde in der Aula unter Leitung des Gesanglehrers Stolzenberg eine musikalische Abendunterhaltung veranstaltet, die sehr zahlreich besucht wurde Der Ertrag wurde zu Anstaltszwecken verwandt.

Montag den 23. Dezember 11 Uhr wurde zum Schlufs der Schule bei brennenden Weihnachtsbäumen eine liturgische Weihnachtsandacht abgehalten. Die Ferien dauerten bis zum 7. Januar.