Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
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Würzburg und Marburg bis Ostern 1883 Geschichte, Geographie, Deutsch und alte Sprachen und bestand nach zweijähriger Privatthätigkeit am 22. Januar 1886 zu Marburg die Präfung pro facultate docendi. Von Ostern 1886 bis 1887 war er zwecks Ableistung seines Probejahrs am Realgymuasium zu Cassel und danach an derselben Anstalt bis Herbst 1888 als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt. Durch Verfügung des Königlichen Provinzialschulkollegiums wurde er im September 1888 dem Gymnasium zu Wiesbaden als Hülfslehrer überwiesen.

Durch Verfügung vom 20. April wurde Gymnasiallehrer Zülch zum Oberlehrer ernannt und rückte in die neu errichtete Oberlehrerstelle ein, die ordentlichen Lehrer Dr. Rost, Franz, Dr. Eigenbrodt, Bochröder, Bleckmann, Sunkel, Dr. Schmitt rückten um

je 2 Gehaltsstufen auf.

Als Probandus trat ein Dr. Volp. Am 8. Juni wurden der Direktor und Oberlehrer Professor Dr. Auth I als frühere

Lehrer Sr. Majestät des Kaisers von seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preuſsen im Residenzpalais zur Audienz huldvollst empfangen.

Am 15. Juni fand die Feier zur Erinnerung an den Todestag Kaiser Friedrichs in der üblichen Weise statt. Die Gedächtnisrede hielt Oberlehrer Wagner. Am 18. Oktober sprach zur Erinnerung an den Geburtstag weiland Kaiser Friedrichs Oberlehrer Manns. Am 8. März wurde in einer Vorfeier, welche mit der Schluſsandacht der Woche verbunden wurde, vom Direktor des Todestages Kaiser Wilhelms I. gedacht, am 22. März feierte Gymnasiallehrer Franz die Erinnerung des Geburtstages desselben durch einen Vortrag.

Am 18 Juni machten sämtliche Klassen der Anstalt unter Führung ihrer Ordinarien

bei sehr günstigem Wetter Klassenausflüge. Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 4. August. In den ersten Tagen der-

selben machte der Direktor des Friedrichs-Gymnasiums mit dem Gesangverein der vereinigten Primaner beider Gymnasien eine Tour in den Harz. Nachdem der Direktor des Friedrichs- Gymnasiums, Herr Dr. Vogt, den genannten Verein 3 ½ Jahre lang in sehr dankenswerter Weise mit groſser Hingabe geleitet hatte, hat sich von Michaelis vorigen Jahres ab, da die Zahl der Schüler zu grofs wurde, unter Leitung des unterzeichneten Direktors ein besonderer Gesangverein der Primaner des Wilhelms-Gymnasiums gebildet, der am 16. Oktober eröffnet

wurde. Am 28. Juli und am 28. Dezember, beidemal in den Ferien, verlor die Anstalt durch

den Tod einen hoffnungsvollen und braven Schüler, den Obersekundaner Ernst Vogell (MII1) und den Untertertianer Konrad Schieb eler(MIII 2). Der Direktor und hier anwesende Lehrer und Schüler der betreffenden Klassen gaben ihnen das letzte Geleite, und in der ersten Morgenandacht nach den Ferien wurde der Dahingeschiedenen gedacht.

Am 2. September wurde das Sedanfest in derselben Weise gefeiert wie im vorher- gehenden Jahre. Lehrer und Schüler, sowie Angehörige derselben zogen um ½ 11 Uhr mit Musik und Fahnen zur Dönche, wo Erfrischungen geboten wurden, Spiele und patriotische Gesänge abwechselten und Oberlehrer Manns eine Ansprache an die Schüler hielt.

Die schriftliche Maturitätsprüfung für den Michaelistermin fand statt in der Zeit vom 19. bis 24. August, die mündliche unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer am 24. und 25. September.