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Cassel, 23. Januar 1890. Der Direktor wird mit der Leitung der Maturitätsprüfung für den Ostertermin d. J. beauftragt.
Cassel, 23. Januar 1890. Die Normalstimmung(sog. Pariser Stimmung) ist bis zum 1. Juni d. J. bei den musikalischen Instrumenten einzuführen.
Cassel, 23. Januar 1890. Bemerkungen zum französischen Lehrplan.
Cassel, 15 Februar 1890. Mitteilung über Einrichtung von archäologischen Ferien- kursen zu Bonn und Trier.
Cassel, 21. Februar 1890. Verfügung, ein Hauptregister der Gesetzsammlung für die Jahre 1806— 1883 für die Bibliothek zu beschaffen.
III. Chronik des Gymnasiums.
Am 12. April nahmen 87 Schüler an der von Sr. Majestät dem Kaiser der hiesigen Schuljugend allergnädigst bewilligten unentgeltlichen Aufführung der„Quitzows“ im König- lichen Hoftheater teil.
Das neue Osterschuljahr wurde Montag den 29. April, nachmittags 3 Uhr, mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet, die neueingetretenen Lehrer vorgestellt und 47 neu- aufgenommene Schüler auf die Schulgesetze verpflichtet.
Als unbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer blieben an der Anstalt die Kandidaten Spohr, Wehmeyer, v. Seidel, Schmitt und Thieme, doch wurde Spohr vom 26. Juni ab zur Vertretung eines Lehrers nach Oberlahnstein berufen und danach zur Vertretung eines Lehrers an die Realschule zu Marburg, Thieme war vom 29. Mai bis Ende Juli zur Vertretung eines Lehrers in Elberfeld, Wehmeyer ging mit den Beginn der Juliferien als Lehrer an das Hofmannsche Institut in St. Goarshausen, v. Seidel war 8 Wochen zu einer militärischen UÜbung einberufen, Schmitt vertrat längere Zeit einen erkrankten Lehrer am hiesigen Friedrichs-Gymnasium. Kandidat Stengel schied zu Ostern von der Anstalt, um eine Lehrerstelle an dem Realprogymnasium zu Schmalkalden zu übernehmen. Die Ver- tretung des ordentlichen Lehrers Dr. Rost durch den Kandidaten Sonne dauert fort.
Als wissenschaftliche Hülfslehrer wurden zu Ostern an die Anstalt berufen Zimmer- mann und Watermeyer.
Heinrich Zimmermann, geb. den 5. Januar 1858 zu Louisendorf(Reg.-Bez. Cassel), Sohn des Pfarrers Zimmermann zu Hanau, besuchte von Ostern 1870 bis dahin 1876 das Gymnasium zu Hanau, studierte bis Ostern 1880 in Marburg und Berlin zuerst Mathematik und Naturwissenschaften, dann klassische Philologie, Geschichte und Geographie, absolvierte Juni 1882 in Marburg das Examen pro facultate docendi, leistete am Gymnasium zu Hanau von Johannis 1882 bis Johannis 1883 das Probejahr ab und war von da ab bis Ostern 1888 an der Realschule, darauf bis Ostern 1889 am Gymnasium zu Hanau als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt.
Wilhelm Watermeyer, geb. den 4. Oktober 1857 zu Schöneberg bei Stargard in Pommern, besuchte das Königliche Wilhelms-Gymnasium zu Berlin und dann bis Ostern 1877 das Gymnasium zu Stargard. Er studirte mit zweijähriger Unterbrechung auf den Universitäten Jena, Berlin,


