die Unterleine am Boden, und zwar die des Garns durch einen hineingeknüpften dicken Stein ⁵), verankerte also das Netz gewissermaſsen, die der andern Netze wohl auf dieselbe Weise ⁶), hob das infolge der geringeren Höhe der Stellstangen am Boden liegende untere Drittel des Netzes nnd sprieſste die Maschen so, daſs ein Busen entstand 4). Waren mehrere Netze nebeneinander nötig, so legte man bei den Garnen die Endmaschen(dxο⁴εια]), bei den Wegnetzen die an denselben angebrachten Schleifen(ασισ und bei den langen und den Saunetzen die Ringe übereinander und zog das überstehende Ende der Oberleine des einen Netzes hindurch, indem man jedenfalls zugleich die Oberleine des andern Netzes damit verknotete, oder, was noch einfacher war, am Ende mit einer Schlinge versah, durch die die Oberleine des ersten Netzes zuerst gezogen wurde.(Fig. 1.)
Sprang nun der Hase in ein derartig hergerichtetes Netz, so fiel dasselbe augen- plicklich von oben auf ihn, während die befestigte Unterleine das Maschenwerk samt dem Gefangenen festhielt, der im Bemühen sich zu befreien sich nur immer mehr verwickelte. Die Vorkehrungen, ihn diesem Schicksal zuzutreiben, waren folgende:
Sobald die Netze gestellt waren, der Netzwächter hinter denselben seinen Posten bezogen und man der Schutzgottheit des Weidwerks Anteil an der Beute gelobt hatte), dann lieſs man von der Meute, die vorher, jeder Hund, um ihn rasch freimachen zu können, besonders, angebunden war, den besten Spürer, und sobald dieser eine frische Fährte an- genommen hatte, einen zweiten und so in kurzen Zwischenräumen alle los. War der Hase aus dem Lager gefahren und hatten die Hunde mit lautem Hals seine Verfolgung auf- genommen, dann begann für den Jäger die schwierigste Aufgabe, und man begreift, daſs nur junge Männer ihr gewachsen waren: Das Gewand um die linke Hand gewickelt, den Hasenknüttel in der rechten hochhaltend, schloſs er sich der Jagd an, nach Kräften bemüht die Thätigkeit der Hunde zu meistern ³). War der Hase gleich beim ersten Trieb in ein Netz geraten, so gab der Netzwächter ein entsprechendes Zeichen, die Hunde wurden wieder angenommen, und die Suche begann von neuem. Hatte aber der Zeugmeister gemeldet, daſs der Hase am Netz vorbeigelaufen sei, dann wäre es unweidmännisch gewesen, ihn seinem Schicksal zu überlassen; darum ward die Verfolgung fortgesetzt, indem man nichts liegen lieſs, was dem Hasen Deckung bieten konnte, und selbst alles absuchte, wenn die Hunde abgehetzt waren. War der Jäger vom Glück begünstigt, so tötete er den abgejagten Hasen, wenn er ihm nahekam, durch einen Wurf oder Schlag mit dem 66 /τ ⁴ον, oder dieser geriet, zu seinem ersten Lager zurückkehrend, schlieſslich doch noch in eins der Netze, die er anfangs glücklich vermieden hatte ⁹).
Dieser Jagdverlauf nahm natürlich viel Zeit in Anspruch und stellte schwere An- forderungen an die Kraft und Ausdauer von Hunden und Jägern. Darum hatte es in solchen Fällen mit der Erlegung eines Hasen, ganz besonders zur Sommerzeit, sein Bewenden¹⁰⁹).
Eine andere Art der Hasenjagd wurde im Winter bei Schnee zwar auch mit Netzen, aber ohne Hunde ¹¹) ausgeübt, da man glaubte der Schnee sei der Nase und den Läufen der Hunde schädlich und die Kälte beeinträchtige die Spürkraft derselben. Sobald weit und
³) 6, 8. ⁶) zaddnrwr roνςᷣ νεέεααεᷣανοw nd zir pir. 6, 9. ⁷) Xen. 6, 13 fl. ⁵) Uber die Führung des Hundes vgl. Programm von 1889 p. 28 ff. ⁹) 6, 18 und 25. ¹⁰) 6, 26. ¹¹) 8, 2 ff.


