Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
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Die Fallen.

Die Erfindung der Fuſsfallen(y τοeοσ, ⁶οοστισν,) schrieb man dem Aristäus zu ¹). Von ihnen machte man nicht nur bei der Jagd überhaupt, sondern namentlich auch nach Xenophons. Zeugnis bei der Hirsch- und Eberjagd einen ausgedehnten Gebrauch ²). Dessen Beschreibung lehrt folgendes: Die Fuſsfalle für Hirsche und Schweine(i 7τ⁶τG%) bestand aus zwei nicht mit einander verbundenen Bestandteilen(Fig. 2), zunächst aus einem runden aus geschälten Eibenzweigen geflochtenen Kranz(oreo*eνκν, aoναeτο, Poll.**νκιαοο), in den abwechselnd eiserne und hölzerne Nägel eingeflochten waren, die beim Legen der Falle nach unten standen. Zu diesem Zwek hob man eine ca. 40 cm tiefe Grube aus, an deren oberem kreisrunden Rande der Eibenkranz ein Widerlager fand, während die Nägel in die Grube hineinragten. Über diesen Apparat kam der zweite Bestandteil der Falle zu liegen, der sich aus einer Schlinge(6 5 G) von dem Umfange des Kranzes und einem ungefähr 8 cm dicken, 70 cm langen Block(10 gui⁴oν) aus Eichenholz zusammensetzte. Vermittelst des Strickes( eεοσε, Poll.: αιοσ und αοιmσεονν), aus dem zugleich die Schlinge gemacht war, hing Schlinge und Block zusammen. Jene kam genau auf den Kranz zu liegen. Trat der Hirsch durch beide, Schlinge und Kranz hindurch, so blieb zunächst vermöge der Nägel, die dem hineintretenden Fufs nachgaben, in den zurückweichenden aber eingriffen, die eigentliche aus Kranz und Nägeln bestehende Falle fest am Laufe hängen, verhinderte dadurch aber auch das Abgleiten der Schlinge, die sich beim ersten Schritt zuzog, so daſs das Tier ge- zwungen war, den Block mit sich zu schleppen.(Siehe unten unter Hirschjagd!) Die nicht recht verständlichen Worte(§ 12 am Ende), welche fordern, dafs die eisernen Nägel länger seien als die hölzernen, damit sie den Lauf festhielten, während diese ihm nachgäben, scheinen späterer Zusatz eines Unkundigen zu sein, da Pollux, der in seiner Beschreibung der Falle ganz auf Xenophon fuſst, von dieser verschiedenen Funktion der Nägel nichts sagt.

Neben diesen hölzernen Fallen gab es auch solche aus Metall. Das beweist das Vasenbild bei Panofka, musée Pourtalès-Gorgier Taf. 29(s. Figur 3), das einen Fuchs in der Falle zeigt. Nur die zusammengeschlagenen Bügel und eine Art von Lager unter den Bügel- gelenken sind angedeutet, nicht aber die treibende Feder. Sicher aber haben wir es mit einer sehr rasch zuschlagenden Falle nach Art unserer Schwanenhälse zu thun, da der Fuchs sich am Kopf gefangen hat. Der Gegenstand in der Mitte der Falle scheint der Abzugs- bissen zu sein ³). Die äsopische Fabel von dem Fuchs, der die abgebissene Lunte in der Falle zurückläſst, beweist, daſs auch der griechische Jäger oft das Nachsehen hatte, ebenso wie der heutige, dem sehr häufig als Lohn seiner Geduld nichts als ein abgebissener Vorder- lauf zufällt. Nach Oppian scheint man sie in späterer Zeit auch mit zahlreicher Meute gehetzt zu haben, was gleich hier bemerkt sei).

1) 6 71000 o 9οεκασασισ EnyLe n00 dygag, Plut. Amat. 14. ²) 9, 1116; 10, 3. Opp. 1, 156; 4, 43. Poll. V. 19, 32 34. X. 141. Anth. Pal. VI. 296, 1. Plat. Legg. VII. 824 A. ³) Man vergleiche das Vasenbild mit den Abbild. in Winckells Handbuch f. J. 4. Aufl. 1865. S. 332 u. 549, wo auch die Beschreibung der bei uns für den Fuchsfang gebräuchlichen Schwanenhälse und Teller- oder Tritteisen.) Opp. IV, 448 ff. B