Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
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dem oberen Saum an gerechnet zählte man in einer Maschenreihe zehn Knoten, also vier Maschen, und da diese fast 38 cm weit waren, so ergiebt dies ca. 1,5 m, eine Höhe, die völlig genügt, da das Schwarzwild nie überzufallen versucht. Fünfzehn solcher Netze sollten zum Einstellen genügen, da uns ihre Länge aber nicht angegeben wird, so bleiben wir über die ganze Ausdehnung eines solchen eingestellten Jagens im Ungewissen. Würde man die gröfste Länge eines Netzes zu Grunde legen, die uns überhaupt angegeben wird, so würde das eine Gesamtlänge von ca. 800 m ausmachen, also die Netze einen Flächenraum von ungefähr 4 ha umspannen.

Die zum Stellen der Netze nötigen Stangen oder Forkeln(oxα⁵εeς ²⁷) waren aus festem Holz und in einer der Länge entsprechenden Dicke hergestellt. Die Zahl der zur Verwendung kommenden richtete sich nach dem Bedürfnis und dem Maſse der Anspannung der Netze; je lockerer man diese hing, desto mehr hatte man nötig. Für die Garne werden Stangen von ca. ⁰³¼ m Länge verlangt, was zu wenig erscheint, wenn man bedenkt, dals noch mindestens 10 cm davon in die Erde kamen, doch vielleicht stellte man diese Netze ganz besonders busenreich. Stand das Netz in einem schmalen Weg mit schräg abfallenden Wänden, konnten für diese die Stangen freilich noch kürzer sein. Warum man vollends die Forkeln für die Wegnetze doppelt so lang als die für das Garn, also 1,5 m lang schneiden sollte, während für die langen Netze ca. 1,15 m lange Hölzer verlangt werden, ist nicht zu erklären, da die gleiche Höhe der Netze doch auch gleiche Höhe der Stellstangen bedingte. Eine Länge von 1,15 m ist angemessen, denn ca. 15 cm kommen in die Erde, und das bleibende Stück entspricht der Höhe des busenreich, also mit Einbuſse von einem Drittel seiner Höhe gestellten Netzes.

Die Einschnitte(xd svrνιιατ) und die Gabeln(xd dανð)) an den oberen Enden dieser Stellstangen waren glatt und nur so tief, dafs die hineingelegte Zugleine leicht ab- glitt, sobald sie von einem Wild berührt wurde ²⁸). Daher war die Jagd mit Netzen bei starkem Wind nicht möglich ²⁸).

Auſser den Stellstangen gebrauchte man auch noch Sprieſsen(œl deν*οε⁶εε ³⁶), um den Busen des Netzes( 61αοο oder 6 νεασαασα⁵ος ³¹⁷) nach aufsen zu stellen(dvτeεidev 6. 7).

Es war die Aufgabe der Netzwächter, alle diese Geräte an Ort und Stelle zu schaffen; darum muſste man bestrebt sein, alle Netze möglichst leicht und darum nicht breiter herzustellen, als nötig war. Das Tragen des Jagdzeugs zu erleichtern, dienten Ranzen aus Kalbfell(6 νυυνονινσ εμ⁴⁶ςσειιος ³²).

Um schliefslich ihre Ausrüstung zu vervollständigen, führten diese Leute auch Hippen(x dοέιμσακα) und Axte(y deéivn)) mit sich, jene um Reisig abhauen zu können, wenn Lücken zu verstopfen waren, wo die Netze nicht ausreichten, diese um Stämmchen z. B. zum Heimtragen der Jagdbeute(Fig. 4) zu fällen ³⁵).

²¹) 2. 7 und 8. Poll. V. 19. ²⁸) adra ϑν(sc. ad αe᷑αεdec) ednrotanadro rd droa zad aꝰrat leiaα. ²³) 6. 2. 30) 10. 7. ³⁸) 10. 7 und 6. 7. Poll. 31. ²) 2. 9. ¹³³) Xen. 2, 9; Poll. 5, 19.