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in den Händen von Jägern, aber auch von Hirten und Landleuten erscheint. Er diente dem Jäger dazu, einen Hasen gelegentlich im Laufe zu treffen, meist aber wohl den erlegten nach Hause zu tragenss).
Daſs die Griechen bei der Jagd namentlich solcher Tiere, die man aus der Ferne anzugreifen genötigt war, zuweilen auch Bogen und Pfeile gebrauchten, wird uns zwar bezeugt ³⁹), doch läſst schon die Kürze und Seltenheit dieser Erwähnungen erkennen, daſs man von dieser Waffe einen ungleich seltneren Gebrauch machte, als von jeder andern. Es kann daher nicht auffallen, daſs in den Werken der Kunst, abgesehen von den Darstellungen der Artemis und der Atalante und von denjenigen Bildern, welche nicht Griechen, sondern Barbaren auf der Jagd vorführen, Bogen und Pfeile so überaus selten als Waffen der Jäger vorkommen¹¹²). Xenophon erwühnt sie gar nicht.
Das Jagdzeug.
Daſs die Anwendung der Netze auf ein sehr hohes Alter zurückreicht, geht teils daraus hervor, daſs man dem Hippolytus, des Theseus Sohn, die Erfindung derselben zu- schrieb ¹), teils dürfen wir es aus der Verehrung der Artemis deαtννek schlieſsen, da dieser Beiname gewiſs mit der Jagd in Zusammenhang gedacht wurde ²).
Ihr Gebrauch war jedenfalls ein sehr vielseitiger, obgleich wir sie bei Xenophon nur auf Hasen und Schwarzwild angewendet finden ³). Aus späterer Zeit nennt Oppian ⁴) die Netze für jede Art der Jagd mit Ausnahme der Fuchsjagd notwendig.
Die alte Kunst hat infolge der strengen Enthaltsamkeit bis zum Beginn der römischen Epoche, soviel wir sehen können, in den Jagdbildern fast nie eine Andeutung der Netze aufgenommen. Erst in der römischen Zeit, als sie überhaupt bei der Auswahl des Darzu- stellenden weit realistischer zu Werke zu gehen angefangen hatte, hat sie auch Netze mehr oder weniger angedeutet ⁵).
Bei Xenophon ⁶) werden vier Arten erwähnt; von diesen fallen allein drei, doxus, 2„6dα und diæcrue der Hasenjagd zu, eine vierte, stärkere Art wurde zum Einstellen der Sauen gebraucht. Auch diese nennt Xenophon doxus, denn dies Wort war gleichwie diwrva auch ganz allgemein für Netze jeder Gattung im Gebrauch.
Alles Jagdzeug war dazu bestimmt von den Stellstangen auf das Wild herabzufallen, sobald es dagegen ansprang; darum ist es nicht richtig nur doxve durch„Fallnetze“ zu übersetzen?), da allen diese Bezeichnung gebührt. Will man deutsche Benennungen wählen, die dem Wesen der Sache entsprechen und zugleich die verschiedenen Arten von einander scheiden, so empfiehlt es sich, die äoxw"s, weil sie aus dünnem Bindfaden geflochten waren, durch Garn, 2„66iα durch Wegnetze, diwrva durch langes Jagdzeug und die zur W Aschwein: jagd gebrauchten durch Saunetze wiederzugeben.
³s) Wieseler, Denkmäler I, 212. Panofka, Bild. a. L. V, 6. ³⁸⁵) Opp. Kyn. I, 153; IV, 54. Anth. Pal. VI, 296. Poll. V, 19, V, 20, X, 141. ⁴⁰) St. 1867 p. 61.
¹) Opp. 2. 24. ²) Preller I p. 24. ³) Eur. Bacch. 870. ⁴) 4. 43. ⁵) Stephany, c. r. 1867, p. 55. ⁶) 2, 4—8; 10, 2. ⁷) Dörner 2. 4: Fall-, Weg- und Stellnetze.


