Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
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Der Lederriemen wurde so an den Schwerpunkt des Speeres angeknotet, daſs zwei gleich- lange Riemenenden herabhingen; diese wurden mehrere Male nach hinten um den Schaft aufgewickelt, die Enden miteinander verschleift und straff nach vorn angezogen, und durch die Schleife der Zeige- und Mittelfinger gesteckt, während die drei anderen Finger den Schaft fafsten. Der Oberarm war, im Begriff das Geschofſs zu schleudern, horizontal nach vorn gestreckt, der Unterarm nach hinten gebogen, so daſs die mit der Innenfläche nach oben gerichtete Hand über die Schulter zu stehen kam.(Fig. 7.) Indem nun im Augenblick des Wurfs sich der Riemen blitzschnell abwickelte, wurde der Speer in eine rotierende Bewegung gesetzt. Das Geschofs wurdemithin in eine doppelte Bewegung gebracht, nämlich nicht nur ziel- wärts, sondern zugleich rund um seine Längenachse und zwar letzteres in schnellster Drehung.

Die Fangeisen oder Schweinsfedern(7r0050 4²⁷) hatten ungefähr 39 cm lange stählerne Klingen, an der Mitte der Dille angeschweiſste derbe Knebel(xvdovres mουοαεναανεννμιεει³) und kurze Schäfte aus Hartriegel in der Dicke der im Kriege verwendeten Speere(rds 5 duςᷣ τσσνι⁴εας οοσσαοαασee). Die breite, zweischneidige Klinge( 16) saſs vermittelst der Dille auf dem Holze. Da wo sie sich an diese ansetzte, war sie breit und stark im Eisen die auf diese Weise vorspringenden Teile nennt Polluxdie Flügel(al π ουν) um sich nach der Spitze(yj 1οοασα die Zunge) allmählich zu verjüngen²s). Der auf einem in den Monum. dell' Inst. archeol. vol. VI. Ta. 68 abgebildeten Basrelief sichtbare Speer ent- spricht dieser Darstellung.(Fig. 8.)

Die σπsα ßwurden wohl auch ganz aus Eisen ²⁹) mit Widerhaken ³⁰²) hergestellt und führten alsdann den Namen eννν(auch deουννο, diyνog, Giyuvoν, ofyuteyoy oder in mund- artlicher Abweichung οιmσσιιννν, ιmρνᷣ, i,Or). Daſs diese Waffe auf der Jagd gebraucht wurde, erfahren wir an mehreren Stelleni).

Aufser diesen Angriffswaffen kommt in einigen wenigen Kunstwerken der Dreizack vor, so erscheint er auf der Kylix des Glaukytes und Archikles in der Hand des Meleager und Mopsus³²). Daſs man auf wirklichen Saujagden diese unpraktische Waffe geführt habe, ist kaum anzunehmen, wenngleich Oppian unter den nötigen Jagdgerätschaften auch eine ai.xαẽq✝♎méeyldxe erwähnt ³³), womit sonst Fische harpuniert wurden?4⁴). Was vollends der hasentötende Dreizack, der sich gleichfalls in Oppians Aufzählung findet ³⁵), für ein Gerät war, ist schwerlich zu entscheiden.

Auch das Beil als Jagdwaffe ³⁶) gehörte sicherlich nur den mythischen Jagden an; jedenfalls war es der Zeit Xenophons ebenso fremd wie die eigentliche Keuleè ³⁷).

Etwas anderes war es mit dem 6 π6⁴ον des Xenophon, das nichts anderes ist, als der schon früher erwähnte oben etwas gekrümmte Knotenstock, der auf unzähligen Bildern

der erwähnten Darstellungen, welche die Handhabung zeigt. Köchlys Verdienst ist es, den Gebrauch des Riemen- speeres durch praktische Versuche erläutert zu haben: Verhandl. der 26. Vers. d. Phil. u. Schulm. S. 226 238. ¹¹) Xen. 10, 3. ²⁵³) Poll. V, 21. ²³⁹) Schol. ad. Plat. p. 87: εeꝓονοο εε ανοτιν υοσωι ⁴oο⁶ν ϑε 2 140Gσ ο drdvrν. Schol. ad. Ap. Rhod.: Arg. II, 99. Schol. ad Lycophr. 556. Hesych. s. v. Eustath. ad Hom. p. 381, 18, p. 344, 11. Etym. M. p. 712, 17. ³⁰²) Anth. Pal. VI, 176, 1: roν τντα, rir ajeae ε dyxνddorra ocyoeror/ Tart re* aaie dertdeuα ddoudo. ³1¹) Anth. Pal. VII, 578, 5, vgl. Anm. 21. ³²) Vgl. Stephany 1867 p. 65. ³⁸) Kyn. I, 152. ³³) Opp. Halieut. I, 88 u. V. 364. ³⁵⁸) I, 154.. 1a †ιοο⁴ oe- Te relawrær. ³⁸) Steph. 1867, p. 75 ff. ³*) St. ebenda p. 68, Anm. 3 u. 1861 p. 37. Hom. Od. XI, 572,.