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nicht zu scheuern ¹⁶), die Leitriemen(ot εα⁴έἀ ντιε) mit Schlingen für die Hand des Jägers und für die Dressur der jungen Hunde die langen Leinen*).
Jagdwaffen.
Die Waffen, deren sich der homerische Jäger bediente¹s), waren Spieſse, Bogen und Keulen. So erlegt Odysseus auf Aiaie einen Hirsch mit dem Wurfspieſs(ddou) und den Keiler auf der Jagd im Parnassus mit der Stoſslanze(yxο) ¹⁵). Ihre Bestandteile waren dieselben wie bei denen im Kriege geführten. Auf der Ziegeninsel jagen Odysseus und seine Genossen wilde Ziegen mit Bogen und Jagdspeeren, die alyævéat genannt werden und das Beiwort langröhrig(doliνανσα⁴οε) führen, welches andeutet, daſs an die Spitze, die eigentliche Klinge(j alεν) des Speers sich eine lange Dille oder Röhre( α‿*ς) anschloſs, in welcher der Schaft(1 dον) befestigt war. Das Wort wird gewöhnlich auf als zurückgeführt und als„Ziegenspeer“ gedeutet. Dieser Ableitung entspricht an unserer Stelle ²⁰) die Anwendung. Andere Stellen zeigen, daſs das Wort seine Bedeutung erweitert hat und überhaupt einen Wurfspeer bedeutete²¹). Eustathius, der die Ableitung von ais erwähnt ²²), fügt hinzu, daſs dieser Speer in einem leichten und langen Schafte bestehe, was auch durch das Beiwort rayxòg angedeutet wird ²³).
In den Werken der Kunst sind die Verschiedenheiten der speerartigen Waffen nur mit groſser Unsicherheit zu unterscheiden. Man unterschied in der historischen Zeit haupt- sächlich zwei Arten derselben, die deντνπνια, welche gegen Hirsche und andere Tiere, denen man sich nicht leicht nähern konnte, aus der Ferne geworfen wurden, und die rια, mit denen man Wildschweinen und anderem kräftigen Wild geradewegs zu Leibe ging²⁴). Die dævria, die Wurfspeere, wie sie zum Beispiel neben den Fr0056 11œ auf der Saujagd gebraucht wurden, waren nicht alle gleichlang, was Xenophon durch œαπeπτοdæmoσπσ„von mannigfaltiger Art“ aus- drückt. Auf den meisten Bildwerken sind die einen der Jäger mit langen, die anderen mit weit kürzeren Wurfspieſsen ausgerüstet, fast jeder aber trägt mindestens zwei. Um ihren Zweck gut zu erfüllen, waren die Klingen breit und scharf wie Scheermesser(16„xas edmdœες ᷣ νοινάκαιςε), die Schäfte fest und nach Pollux aus Eschen oder Buchenholz her- gestellt und mit Schleuderriemen versehen²⁵). Weil allbekannt und selbstverständlich erwähnt Xenophon diesen Umstand nicht. Dargestellt ist dieser Riemen nur auf wenigen Monumentene).
¹6) Programm v. 1889 p. 30 u. 27. ¹⁷) aæxοo 1uderes 7, 6. ³⁸) Buchholz, Die homerischen Realien II, 1 p. 155 ff. ¹⁸) Beide Worte dienen bekanntlich promiscue für Wurf- und Stofswaffe. ²⁰) Od. 9, 156. ²¹) Anth. Pal. VI, 578, 5 ff.: alyaveén d rdlaiva, odyuyd re ndo Idovt zeiraα] al, al, αραιωάuꝛ⁷evr d⁵ναωe⁷ ηheiſst es da von den Waffen des im Grabe ruhenden Jäger Panopeus, die den Rehen keine Furcht mehr einflöfsen. ²²) Zu II. 16, 589. Daneben auch die nicht haltbare von dyæy teανσσαν. Andere Ableitungen Buchholz p. 156. ²³) II. 16, 589. ²⁴) Poll. V, 20: 168 ς dε vœν dæovrlos Tr, dy int rds dldρous zal& τοσππσνειν οτι adeir, 5oςαᷣ& roue odc zab rd X2lα dyxeuaxa neta. ²⁸) Poll. V, 23: 1„„ννν*οο˙ει de did rijr dεαοασ Der Schleuderriemen:* dꝓνκααι. ²⁸) Revue archéol. 1860 Th. II, p. 211, vgl. Guhl u. Koner Fig. 275. Millingen, peint. ant. et ined. de vas. gr. Rom 1813. Abbildung eines Diskos des kgl. Mus. in Berlin, Bronzen Nr. 1273 bei Pinder, Uber den Fünfkampf der Hellenen 1867. Vasenbild von einer Vase des britischen Museums bei Jahn, über bemalte Vasen mit Goldschmuck Taf. II. Das pompej. Mosaikbild der sog. Alexanderschlacht. Stuart and Revett, Antiquities of Athens, III, p. 47 zeigt drei Riemenspeere zugleich mit dem Peltastenschild, wie er denn die verbreitetste und sicherste Schufswaffe des griechi- schen Peltasten wurde. Vgl. Guhl u. Koner, Leben der Griechen und Römer p. 295 und ebenda Fig. 275, die einzige


