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2 (1889)
Entstehung
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man sie zu einer Zeit, in der ihnen durch die Hitze keine Gefahr drohte¹¹⁴), bei windstillem Wetter¹⁰, im Terrain abzuführen, und wechselte, wenn es möglich war, bei jeder Lektion mit dem Revier, damit sie ortskundig wurden¹⁰⁶). Am liebsten führte man sie, wenn es an- ging, auf Berge und nur im Notfall auf bebautes Land. Denn an den kahlen Bergeshängen war es einerseits dem jungen Tiere leichter eine Spur aufzunehmen und zu verfolgen, andererseits härtete solche Ortlichkeit den Körper, besonders aber der harte Boden die Füſse ab¹*). Da kam es nun darauf an, die angeborenen Eigenschaften zu wecken und an die richtige Verwendung derselben zu gewöhnen. Die alten, jagdgeübten Hunde mulsten das Beispiel geben. Ihnen folgten die Jäger mit den jungen Hunden. Zeigten jene durch ihr Betragen an, daſs sie auf der Fährte waren, welche zu dem im Lager ruhenden Hasen führte, so setzte der Jäger den Lehrling, den er am langen Riemen hielt, auf die Spur und lieſs ihn den alten nachziehen¹⁵). Der lange Riemen gewährte teils dem Hunde Spielraum, den angeborenen Spüreifer zu befriedigen, teils ermöglichte er es dem Jäger, allzugroſsen Eifer zu zügeln und Fehler rechtzeitig zu rügen.

Fuhr der Hase aus dem Lager, so löste der Jäger den jungen Hund nicht eher, als bis er aus seinem Gesichtskreis verschwunden war¹¹), damit er sich in seinem Jagdeifer nicht schadeteo). Häſsliche Hunde, sagt Xenophon verächtlich, könne man getrost gleich loslassen, denn diese würden von selbst von vornherein die Hoffnung aufgeben, den Flüchtling einzu- holen²¹). Dann aber setzte man den Hund von der Fessel befreit auf die frische Fährte*). Der Jagd mit Hülfe der Nase folgend, kamen die beanlagten Schüler, wenn das Glück hold gewesen und Lampe ins Netz geraten war, auch bald bei der Fangstelle an, wo indessen der Netzwächter den Gefangenen vor den Zähnen der Meute durch warnenden Zuruf ge- schützt hatte*³), doch nur, um ihn dem Gebilſs der Jungen als Opfer aufzusparen Diesen überlieſs man den Unglücklichen zum Zerreiſsen²⁴), eine Freude, die ihnen in der Folge nur noch dann widerfuhr, wenn ein Zufall ihnen den Hasen in den Rachen trieb, was nach Xenophons Bericht selten genug eintrat²?). Dass in diesem Falle der Braten für den Jäger hoffnungslos verloren war, lieſs sich nach jener ersten Lektion nicht anders erwarten.

Da es nun bei diesem Jagdbetrieb zunächst erstrebt wurde, einen Hasen in die Netze zu treiben, es also darauf ankam, daſs die Hunde beim Spüren nicht zu weit revierten, sondern sich im Bereich der an den Pässen aufgestellten Netze hielten, denen sie die Hasen zutreiben sollten, muſste der Jäger rasch hinter seinem Hund hersein und ihn, wenn er zu schwärmen anfing, an die lange Leine nehmen, bis er gelernt hatte, nicht zu weit zu suchen*). War eine solche Jagdlektion zu Ende, gab man dem jungen Hunde bei den Netzen, die nun aufgenommen wurden, sein Futter. So gewöhnte er sich daran, immer dahin zurückzu- kommen, wenn man auch bald mit dieser Maſsregel aufhörte, da der Hund, dessen Jagdeifer erweckt war, so lange er sich im Revier befand, doch nichts fraſsꝰ).

Diesen Jagdeifer durfte er aber nur bei der Verfolgung der Hasen bethätigen; und

) 4, 11., ¹⁸) 6, 2. ¹⁰) 6, 4. ¹) 4, 9 u. 10. ¹³) 7, 6. ¹⁹) 7, 7. ²¹⁰) 7, 8. ²¹) 7, 9. ²²) 7, 9. ²¹) 6, 10. 24) 7, 9.*5) 5, 20. ²⁰) 7, 10. ²*) 7, 11,