Druckschrift 
2 (1889)
Entstehung
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Dauer Xenophon auf vierzehn Tage angiebt, etwas gelegt hatte, weil so der Erfolg sicherer war(d ϑέτo eyzdsενesiyvντ⁴α), und führte sie dann erst dem Hunde zud?). Wollte man dagegen die Begattung nicht, so schützte man die hitzige Hündin, die man demnach mit ins Freie und zur Jagd nahm, durch Seitengurte aus breiten Riemen, in welche Stacheln eingenäht waren( τ έν νυeτασ), deren Spitzen selbst den ungestümsten Liebhaber schrecken mufsten6è). War die Hündin dem Ende ihrer von Xenophon auf 60 Tage be- rechneten Tragezeit nahe, so vermied man es, sie auf der Jagd durch anhaltende Verwendung zu sehr anzustrengen, damit sie nicht verwerfe?*).

Waren die jungen Hunde da, so lieſs man sie, bis sie anfingen herumzulaufen, am liebsten bei der Mutter, da die Milch und Pflege einer fremden Hündin die der Mutter nicht ersetzen könnte, und da die lakonische Hündin in der Regel acht Junge warfs), so hatte dies auch weiter nichts bedenkliches. Dafs Xenophon dies aber ausdrücklich erwähnt, be- weist, daſs man auch hier bisweilen gezwungen war, aus der Not eine Tugend zu machend.

Welcher Kennzeichen bediente sich nun der altgriechische Jäger, wenn er in die Notwendigkeit versetzt war, unter einem ganzen Gewölfe eine Auswahl zu treffen? Ich denke, im wesentlichen derselben, die ihm beim ausgewachsenen Hunde die Rassenreinheit anzeigten. Darum schweigt der sonst so ausführliche Xenophon über diesen Punkt, weil es ihm selbstverständlich erschien. Bei späteren Jagdschriftstellern finden wir dagegenun- trügliche Jägerregeln für die Auswahl. So schlägt, Nemesianus ¹⁰) die Gewichtsprobe vor und beteuert mit groſser Zuversicht, der leichteste werde der flüchtigste werden. Sein anderer Vorschlag geht dahin, der Mutter die Entscheidung zu überlassen. Man solle sie festhalten, ihr die jungen Hunde nehmen und in einiger Entfernung von ihr in einem weiten, die Gefahr ausschlieſsenden Kreise mit brennenden Stoffen umgeben. Losgelassen werde die Hündin das Rettungsgeschäft nach dem Maſse der Vortrefflichkeit ihrer Jungen vollführen und den besten zuerst, den schlechtesten zuletzt der vermeintlichen Feuersgefahr entreilsen. Ich würde diese römischen Jägerregeln nicht erwähnt haben, wäre nicht einerseits anzunehmen, dass sie bei dem griechischen Weidmann, dem Meister und Vorbild des römischen, ebenfalls bekannt waren, und hätte sich nicht der Glaube daran bis zum heutigen Tag mit unver- wüstlicher Zähigkeit erhalten.

Fingen die Jungen an herumzulaufen, so setzte man sie ab und gab ihnen von da an Milch, gewöhnte sie aber auch schon an das spätere Futter. Schwere Speisen vermied der erfahrene Jäger, um seinen Hund vor krummen Läufen und vor Krankheiten zu be- wahren¹¹). Das Futter reichte er ihnen in der Regel selbst, damit sie sich an ihn gewöhnten¹²).

Auf die Gewöhnung an Herrn und Haus beschränkte sich der erste Unterricht, da das, was der Hund im Feld leisten sollte, auch nur im Felde gelehrt werden konnte. Hatte der Hund den zehnten, die Hündin den achten Monat ihres Lebens erreicht¹³), so begann

5) 7, 2. Über die Dauer der Hitze vgl. auch Arist. h. a. 6, 136.) 6, 1.*) 7, 2. Aristoteles sagt, dals

die lakonische Hündin sechzig Tage oder etwa einen, zwei oder drei Tage länger trage, h. a. 6, 136.) Ar. h. a. 6, 139. Uber die lakonischen Hunde überhaupt vgl. h. a. 6, 134 141. ³⁹) Xen. 7, 3. ¹⁰) v. 144 ff. ¹¹) Xen. 7, 4. ¹²) 7, 12.

3) 7, 6.

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