Druckschrift 
2 (1889)
Entstehung
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Soviel über die Hunderassen Xenophons! Es würde die dieser Arbeit gesteckten Grenzen weit überschreiten, wollte ich auch die bei späteren Jagdschriftstellern erwähnten Rassennamen in ihren Bereich ziehen, so anziehende Schilderungen sie uns auch bisweilen bieten. Den Hund des Arrian freilich habe ich aus naheliegenden Gründen, was sein Kulseres angeht, berücksichtigen müssen, wenn der griechisch schreibende Statthalter Kappadociens auch nicht als griechischer Jagdschriftsteller im eigentlichen Sinne anzusehen ist. Die Jagd als noble Passion war nach hellenistischem Muster im Römerreiche international geworden, und Xenophon nachahmend schrieben Unterthanen der Kaiser ihre vwyyyerizd und carmina venatica, in denen sie aufser den Lehren Xenophons alles verwerteten, was aus den ver- schiedensten Teilen des Reichs über Jagdarten und Hunderassen zu ihrer Kenntnis gekommen war. Da hören wir nun von Hunderassen ohne Zahl, sind doch nach Gratius Faliscus¹²)

mille canum patriae, ductique ab origine mores cuique sua.

Die Zucht und Führung des Hundes.

Daſs der verständige griechische Jäger von Xenophons Art, der alle Merkzeichen guter Rasse so genau studiert hatte, bei der Auswahl der zur Zucht bestimmten Hunde alle wichtigen Gesichtspunkte, wie das Vorhandensein jener Merkmale, Gesundheit und jagdliche Bewährung ins Auge faſste, versteht sich von selbst, wenn wir auch nicht durch Xenophon wülsten, daſs man die hitzige Hündin vor einem nicht beabsichtigten Belegen schützte,damit sie ibre Rasse bewabre¹) und wenn er nicht ausdrücklich verlangte, daſs man die Hündin einem guten Hunde zuführen solle*).

Sehr wichtig ist zur Beurteilung der Sorgfalt, mit der man verfuhr, eine Stelle aus Platons Republik³), die hier in der Ubersetzung folgt:Sage mir folgendes Glaukon: Ich sehe nämlich in deinem Hause Jagdhunde in groſser Zahl, und du hast doch wohl der Be- gattung und Nachzucht derselben einige Aufmerksamkeit zugewandt? Wie meinst du das? Sind und werden nicht von diesen Hunden, wenngleich alle von edler Rasse sind, einige die besten? Allerdings. Züchtest du nun von allen in gleicher Weise Junge, oder ziehst du es vor, so weit als möglich von den besten Nachkommenschaft zu erzielen? Von den besten. Von den jüngsten oder den ältesten oder möglichst von den in voller Kraft stehenden? Von den zuletzt genannten. Und glaubst du, wenn nicht in dieser Weise bei der Züchtung verfahren wird, daſs dir die Rasse weniger gut werden wird? Gewiſs. Die Stelle spricht für sich selbst..

Der griechische Jäger, der von seiner Hündin Nachzucht erzielen wollte, wählte dazu die Zeit des Winters, so dafs das Wölfen gegen das Frühjahr erfolgte. Sobald die Hitze der Hündin eintrat und der Jäger sich entschieden hatte, sie belaufen zu lassen, befreite er sie und den auserlesenen Hund von jeder Arbeit*), wartete aber bis sich die Hitze, deren

¹¹) 154 f. ¹) 6, 1. ²) 7, 2. ³) Plato Rep. V, 459. A.*) 7, 1.