Druckschrift 
2 (1889)
Entstehung
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lichen gemeinsamen Typus vor uns sehen. Doch die Rute würde Xenophon nicht gefallen haben. Sie ist zwar lang und dünn, aber nicht gerade, sondern aufwärts gedreht. Dies müssen wir auf Rechnung des Geschmackes des Bildhauers setzen, während der Jäger, auf seine Erfahrung gestützt, die gerade Rute als eins der Anzeichen des zur Jagd brauchbarsten Hundes kannte. Auch die Gemälde weichen darin sehr oft von Xenophons Wünschen ab.

Otfried Müllers Vermutung erhält ihre Bestätigung durch zwei Vasenbilder, auf denen die durch Beischrift beglaubigte Anwesenheit Kastors gewiſs annehmen läſst, daſs der Künstler in dem mitdargestellten Hund einen aus des Rossebändigers Zucht hervorgegangenen gesehn wissen will, und der Körperbau im wesentlichen mit der Darstellung jenes Marmor- reliefs übereinstimmt. Das eine der Gemälde befindet sich auf einer berühmten vatikanischen Vase(Monum. d. Inst. II, 22; Gerh. Erläuterungstafel zu d. Etr. u. C. V. D 4; Text p. 45:) auf welcher Kastor das berühmte Pferd Kyllaros seinem Vater Tyndareus vorzeigt, während Leda den mutigen Rossetummler mit Zweig und Blüte begrüſst. Sein Bruder Polydeukes steht, mit einem Hund scherzend, müſsig daneben. Kastor scheint von der Jagd zu kommen einer Lanze zufolge, die er trägt, und sein Jagdhund den Bruder seines Herrn, an dem er emporspringt, freudig zu begrüſsen.(Fig. 4 a.)

Das andere ist das bekannte Vasengemälde, auf dem Tydeus, Aktäon, phesens und Kastor, durch beigeschriebene Namen kenntlich, auf der Hasenjagd dargestellt sind. Auch hier qeufet die Teilnahme Kastors darauf, daſs wir in dem spürenden Hund(Fig. 4 b) den kastorischen zu sehen haben(Millingen, uned. mon. Ser. I, pl. 18; Wieseler I, 46, no. 212; Panofka, Bilder ant. L. V, 6.) Auch hier die glatte Rute.

Bei näherer Vergleichung erscheint der Körperbau dieser Hunde, die uns recht oft begegnen, mit dem der Hunde mit Fahnenrute, wie Fig. 3 und 3 b sie zeigen, im wesentlichen übereinstimmend,(vgl. Fig. 3a u. 4! Den Hund auf 3 habe ich absichtlich abweichend vom Original, Gerh. A. V. 248, 3, nach links sehend wiedergegeben, um die Vergleichung zu erleichtern); wir dürfen also auch diese als Hunde der lakonischen Rasse und sicher, ohne fehl zu gehen, als Fuchshunde ansprechen. Aus Xenophons Beschreibung geht der Unter- schied in der Behaarung der Rute bei dem kastorischen und dem Fuchshund nicht hervor. In seiner c. 4§ 1 gegebenen Aufstellung handelt es sich aber nur um die den beiden Spiel- arten gemeinsamen Kennzeichen. Auffällig ist freilich, daſs später c. 4,§ 8 nur von langer Bebhaarung der Rute die Rede ist. Es ist dies nicht anders zu erklären, als daſs er hier nur die Fuchshunde im Auge gehabt hat.

Kastor- und Fuchshund werden von Xenophon auseinander²¹) gehalten, und nur von der einen Art wird gesagt, daſs sie von Fuchs und Hund stamme; hieran müssen wir uns unbedingt halten, denn die Worte lassen keinen Zweifel. Schon bei Aristoteles²²) finden wir ungenau beide Arten vermengt, wenn er allgemein sagt, daſs die lakonischen Hunde

²¹) 3, 1: rAd ε peyy zey evvd oνν dετd, al ube ydo ²ατςραι, a ε dlonextdec. Nach dieser Fassung seiner Worte ist gar nicht daran zu zweifeln, daſs er zwei verschiedene Tiere unterscheidet, wenn auch später beide nicht mehr richtig auseinandergehalten wurden oder werden konnten. ²²) h. a. 8, 167.