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2 (1889)
Entstehung
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zeigt einen Behang. Die meisten der Ohren sind auf den Bildern denen des Wolfes oder Fuchses ähnlich; man vgl. z. B. den Wolfskopf auf einer Silbermünze von Argos bei Wie- seler I, Taf. 41 no. 177, oder den auf einem geschnittenen Stein ebenda Taf. 15 no. 60, die beide derselben Zeit ihre Entstehung verdanken wie unsere Vasengemälde ¹⁵).

Auch aufserhalb Griechenlands entstandene Denkmäler stimmen damit überein. So sehen wir auf dem Revers einer Silbermünze von Syrakus bei Wieseler II, Taf. 15, no. 158 a Artemis als Jägerin und einen glatthaarigen Hund mit kleinen Spitzohren und glatter langer Rute; Hunde mit langer, gerader Rute und kleinen Ohren zerreiſsen Aktäon auf dem Relief einer Tempelmetope von Selinus bei Wieseler II, 17, no 184; eine nach UÜberwindung des Sextus Pompeius in Sicilien geschlagene Goldmünze des Augustus zeigt Artemis als Jägerin und einen Hund mit gespitzten Stehohren, und auf einer im dritten Konsulat des Antoninus Pius geschlagenen Bronzemünze erblicken wir neben Artemis einen spitzohrigen Hund mit sehr kurzer glatter Rute. Auch die pompejanischen Wandgemälde gehören hierheru¹).

Den kleinen Ohren gab der Jäger den Vorzug, wenn sie zugleich dünn und fein und auf der Rückseite mit kurzen Haaren bedeckt waren. Für die Worte νια νπη'εν ergibt sich als Gegensatz dασ τπ⁶σσεμνlanghaarig vorn d. h. auf der Innenseite, was der that- sächlichen Beschaffenheit kurzer, meist aufrechtstehender Tierohren entspricht. Diese Jagd- hunde vertreten eine Form, die den wilden Stammeltern mit spitzen Ohren, wie wir sie an

Wolf und Fuchs sehen, noch ähnlicher war, als unser Hund. Wie sich bei den europäischen Jagdhunden allmählich allgemein ein Behang ent-

wickelte, können wir nur vermuten. Andere Hunderassen wurden bekannt, so die Vertragi, die nach Arrians Zeugnis bald gerade Stehohren, bald solche mit überfallender Spitze hatten. Von einem Jagdhund mit kleinem Behang spricht das im Anfang des dritten Jahrhunderts verfaſste Jagdgedicht Oppians des Jüngern, wo ¹⁶) verlangt wird, daſs eine dünne Decke die kleinen Ohren von obenher verhülle, von langem Behang dagegen, wie es scheint, der etwa am Ende des dritten Jahrhunderts n. Chr. dichtende Römer Nemesianus ¹⁷), dessen griechischem Jagdhund die sehr weichen Behänge bei starkem Laufe flatterten. Auf einem Relief der sinkenden Kunst, das unter anderem den Tod des Adonis durch den Eber darstellt, haben die Hunde kleinen Behang(Wieseler II, 27, no. 292), machen aber ebensowenig den Eindruck von Jagdhunden und gar solchen, die einem Keiler zu Leibe gehen, wie das langhaarige Hündchen mit kleinem Behang auf einem pompejanischen Wandgemälde von Venus und Adonis bei Roux-Barré II, Ser. 2, 105.

Interessant ist in dieser Beziehung, wie im allgemeinen, eine im flachen Relief aus- geführte Jagddarstellung griechischer Arbeit auf der Innenfläche eines in Ruſsland gefundenen

¹⁵) Die bei Wieseler mitgeteilten Statuen mit begleitenden Jagdhunden kommen deshalb nicht in Betracht, weil jedesmal wesentliche Teile der Hundekörper in der Neuzeit ergänzt worden sind. Es sind dies eine Artemis- statue des Vatikans, Wies. II, 15, no. 159, neben der ein plumper Hund mit häfslichem zurückfallendem Behang springt, eine andere no. 181, und eine kleine Aktäonstatue no. 186. ¹⁶) I, 404 f.: Aα⁴ Unεενοε/ obara αεοασ n&εστσεμαdοιν υμμιμνασα ¹⁷) v. 113: cui(que) nimis(i. e. valde) molles fluitent aures. D