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der nicht nur die Gattung, sondern die Eigentümlichkeit des einzelnen Individuums zur Geltung kam. Der älteste aller überlieferten griechischen Hundenamen ist der eines Jagd- hundes, der Name des Argus des Odysseus, der sich von den sehr zahlreichen Hunde- namen, die uns aus dem Altertum üſberliefert sind, neben 4as bis auf den heutigen Tag erhalten hat ³).
Schon dieses älteste Beispiel ist nach den Regeln gebildet, nach denen die Praxis bei der Nennung der Jagdhunde in späterer Zeit zumeist verfuhr: der Name ist kurz und betont eine hervorragende Eigenschaft des Tieres; war doch die Schnelligkeit(Aoyos„Hurtig, Schnell“— adi.-οαꝙσ⁸σ) 4) für einen Jagdhund der homerischen Zeit unerläſslich.
Daſs auch der alte Jäger seinem Hunde einen kurzen Namen gab, würden wir aus der Natur der Sache schlieſsen dürfen, selbst wenn Xenophon¹⁵) und in späterer Zeit Oppian“¹) in seinem Lehrgedicht von der Jagd dies dem Jäger nicht ausdrücklich zur Regel machten und nicht eine sehr groſse Zahl von Jagdhundenamen auf Inschriften ¹⁷), bei Xenophon ¹⁸) und in den Verzeichnissen der Hunde des unglücklichen Jägers Aktäon ¹³⁸) erhalten wären. Einsilbige Namen gab es nicht, weitaus die meisten sind zweisilbig, bei Xenophon alle. Doch verdanken wir einen Teil seiner Namen, wie auch sein Nachahmer Arrian annimmté¹), seiner eignen Erfindung, während er wohl den gröſsten Teil in seiner Jägerpraxis im Gebrauch kennen gelernt hatte. Sicher verschaffte aber sein Ansehn, das viele Jahr- hunderte weit über Griechenland hinaus in Jagdfragen unbestritten blieb, auch den selbst- erfundenen Namen Eingang, wogegen wohl die meisten zusammengesetzten und mehrsilbigen Formen in jenen Verzeichnissen der mythologischen Hunde des Aktäon, die zum Teil der Phantasie der auf Vermehrung der überlieferten Namen bedachten Dichter entsprangen, kaum in den Mund ausübender Jäger gekommen sind. Was sollten diese auch bei einem raschen Hunde mit Namen wie Ixveßdzms oder O984αασσο ε⁷) und ähnlichen anfangen? Dals Xenophon einem seiner Hunde den für den Jagdgebrauch ungeheuerlichen Namen Hippo- kentaurus gegeben habe, wie Pollux ²) perichtet, ist mit Xenophons eigener Vorschrift, den Hunden kurze Namen zu geben, damit man sie leicht zurückrufen könne, nicht zu vereinigen und darum im höchsten Grade unwahrscheinlich.
Ganz unzweifelhaft der gleichzeitigen Praxis entlehnt sind die drei Hundenamen bei Arrian²s), da er sie in einem Zusammenhang erwähnt, der bei seinem lehrhaften Charakter andere als gebräuchliche nicht wohl zulieſs. Er ermahnt den Jäger, in gewissen Fällen seinen Hunden zur Steigerung ihres Eifers freundlich zuzureden und dabei jeden beim Namen zu
¹3) Bäcker, de canum nominibus Graecis. Diss. Königsb. 1884, p. 7, Anm.(Die Abh. nennt p. 1—7 183 überlieferte Hundenamen und behandelt sie in etymol. u. lexikal. Beziehung. ¹⁴) Uber die Anderung des Accents vgl. Bäcker a. a. O. p. 14 ff. ¹⁵) VII, 5: ra dε dνsναπά ras 119ονϑάι ϑααe, iνe dœrdzdræ j. ¹⁶) I, 144 ffl. ¹⁷) Auf den Darstellungen der kalydonischen Jagd des Glaukytes und Archicles, Gerh. A. V. 235, und des Ergotimus und Klitias, Monum. ined. IV, 54. ³⁸) VII, 5. ¹⁰) Hygin. fab. 181; Ovid. met. III, 206— 233; Poll. 5, 47 aus Aschylus; Apollod. bibl. III, 4, 4. ²⁰) Cyneg. 31, 2: zæι τα e⁶ιαμ☚ια dε r Soaxea val edardrdræa Serior raic zuodr, zaι roντο neigeoyar aure(i. e. Sevopovrri: rar oda dræy*yaςε drisara, rd ute erαν, rd e zur ds noudas, Je&uνς
drαyαer. 21) Hygin. u. Ovid. ²²) V, 47. ²3) 18, 1..


