Druckschrift 
2 (1889)
Entstehung
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Lesen wir bei Homer das Wort zwνννιέτε nur einmal), so hat es dagegen in der späteren Zeit den unbestrittenen Vorrang vor den gleichbedeutenden Worten.

Homers Erzählung vom Hunde Argus, die schon früher besprochen wurdeb), beweist zur Genüge, daſs schon in alter Zeit Griechenjäger nicht nur die guten Jagdeigenschaften, sondern auch Anhänglichkeit und Treue des Hundes in hohem Grade anerkannten und ihm darum eine geradezu freundschaftliche Gesinnung entgegentrugen; gibt es dochkeine Stelle von tieferem Pathos in Homers Werken, nicht Andromache mit ihrem Kind(II. 6, 390 ff.), nicht Priamus vor Achilles(II. 24, 470 ff.)). Daſs Hund als Schimpfwort galt, berechtigt gewiſs nicht zur entgegengesetzten Ansicht. Dieses Miſsgeschick teilt der Hund des griechischen Altertums mit den Hunden aller Zeiten und Völker).

Das Geschlecht edeler Hunderassen(dereενννναχι ½ᷣυ☛νειςσ ⁵³) führten die griechischen Jäger leicht begreiflich auf Stammeltern zurück, die von Halbgöttern und berühmten Helden der Vorzeit gezüchtet waren. So erscheint der Jäger Kastor als erster Züchter der Kastor- hunde(KGr⁶σι ⸗εινεςι⁹), und eine andere Rasse stammte aus der Zucht des Königs Menelaus (Mereαdes), wie ja auch die französischen Jäger des Mittelalters den Stammbaum einer ausgezeichneten Art von Parforcehunden bis ins siebente Jahrhundert auf die Hatzrüden des legendenverherrlichten jagdfrohen Bischofs von Lüttich, des Schutzpatrons des edeln Weid- werks zurückleiteten, indem sie sie als die Hunde des heiligen Hubertus bezeichneten und damit zugleich ihrer Vortrefflichkeit Ausdruck gaben.

Auch die Jagdgöttin Artemis hielt ihre schützende Hand über den Jagdhunden nicht minder als über den Jägern und wartete ihres Amtes als 10¼α ooder 70 ¼₰«., d. i. als Göttin der Entbindung ebenso bei Jagdhündinnen wie bei den Frauen ¹⁰).

Die Wertschätzung des Jagdhundes fand auch in der Herstellung von Hundestatuen¹) und in Grabinschriften ihren Ausdruck. Eine solche ist das Epigramm des Simonides¹²) auf eine Hündin Lykas, die ihre ausgezeichneten Eigenschaften in verschiedenen Revieren, am Pelion und Ossa und Kithäron bewiesen hatte und vor deren im Grabe bpleichenden Gebeinen nach des Dichters Worten noch das Wild erzitterte.

Der nahen Beziehung, in die der Hund im allgemeinen und der Jagdhund im be- sonderen schon früh zu seinem Herrn trat, entsprach es, daſs man dem einzelnen Tier einen Namen beilegte und ihn dadurch auf eine höhere, dem Menschen nähere Stufe erhob, auf

¹) Od. 9, 120. ⁵⁹) I, p. 17.) Gladstone p. 443.*) Wenn Lenz, Zoologie der alten Griechen und Römer, 1856, p. 108 sagt:Homer hat's nie soweit gebracht, dass er sich für Hunde begeistert hätte und zur Begründung dieser Behauptung auf die vielfache Verwendung ihres Namens in Schimpfworten hinweist, so hat er wohl nie deutsche Jäger, denen doch ihrer Hunde Wohl am Herzen liegt, kräftig schimpfen hören. ³⁴) Poll. 5, 37. *) Ebenda: KæorG ιιέϑ α Mevelaldee zu Ao³⁶νσοα ἀↄνd οeν ονενver droνdadνσασσν ¹⁰) Anth. Pal. IX. 303: NMourdis ode pueeεte dnzxoos, dadd rat auros] ανννωωσςν oO‿³εειν ʒ́οεre εναι ⁶d zurac. A. P. IX. 311 heisst es von einer Jagdhündin: Aortudos 1*2νaι doxtoυ do. Vgl. auch 268! ¹¹) Des Euthykrates, des Sohnes des Lysippus Pl. h. n 34, 66; A. P. VI. 175: Tor zrra, r ππἀανφ œrej⁷s dndora 9,jνε εeε̈eoe uε᷑r ruτννν, rεrο daκάαμε̈e ν* r. 1. ¹²) Bei Poll. 5, 48: Jacobs, Delectus X, 16: F drν ντα m*⅓σσιαιεας 2αυν doον 1 νν ννμννρς/ lare αι rοσsQέειυ 9§ε, dygοe Auxds] rde ν dosrar odden ueya TIij³or, d&' dotdαdo) Ood, K.O αιιέόν⁴ς τν οννμοωα οσποια.