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ruht er mit unter dem Leib zusammengedrückten Hinterläufen. Die Vorderläufe streckt er aus und legt den Kopf mit angeschlossenen Löffeln darauf. Bei Tage schläft er meist und mit offenen Augen, indem er die Nasenlöcher häufig bewegt. Sein Gesicht ist schlecht, da seine Augenlider zu kurz sind, um die Augen vor den Lichtstrahlen zu schützen. Bevor er sich ins Lager drückt, schweift er viel umher und verwirrt absichtlich die Fährte. Diese ist für den Hund im Herbst am reinsten, da die wilden Kräuter abgestorben, die andern vom Landmann eingeheimst sind, im Frühling wird sie etwas durch den Geruch der auf- blühenden Feldblumen, im Sommer durch die Wärme des Bodens beeinträchtigt. Im Winter und im Schnee wird sie erst bei vorgerückter Tageszeit merkbar. Der feuchte Südwind, Tau und Regen vermindern leicht ihre Schärfe, bei Nordwind ist sie am deutlichsten. Bei Vollmond liegen die Fährten am weitesten auseinander, weil die Tiere aus Freude über die Helligkeit groſse Sprünge machen. Am verschlungensten und vielfältigsten sind sie zur Zeit der Begattung.
Im Altertum, wie heute, war der Hase die geplagteste und gehetzteste Kreatur. Sein Leben war auch damals eine ununterbrochene Kette von Drangsal und Leiden. Ein ganzes Heer von Feinden, Raubvögel, die ihn mit ihren scharfen Augen auch unter dichtem Buschwerk erspähené), Füchse, die alte und junge beschleichen?), Landleute und Hirten mit dem Hasenknittel und Jäger mit Netzen und Hunden, alle stellten ihm eifrig nach. Wenn man daher von einem Menschen sagen wollte, daſs er immer auf der Flucht sei und ein elendes Dasein unter beständiger Angst genieſse, so naunte man sein Leben sprichwörtlich ein Hasenleben. So ruft Demosthenes dem Aschiness) zu:„Zur Zeit, als es gut mit deiner Vaterstadt stand, da führtest du ein Hasenleben voll Furcht und Zittern und immer in Er- wartung der Schläge.“
Um sich trotz dieser vielseitigen Verfolgung ihre groſse Zahl zu erklären, glaubte der griechische Jäger, daſs die Häsin zu gleicher Zeit Junge habe, setze und trage?). Freund- licher als auf dem Festlande gestaltete sich für den Armen das Leben auf den Inseln, da- hier seine schlimmsten Feinde in der Tierwelt, Adler und Fuchs, nach Xenophons Zeugnis¹o) fast gar nicht vorkamen und er der Verfolgung durch die Menschen nur in sehr geringem Maſse ausgesetzt war, da die unbewohnten Inseln nur selten vom Fuls eines Jägers betreten wurden und die an sich schon wenig zahlreiche Bevölkerung der bewohnten Inseln, meist wohl der Fischerei und Schiffahrt ergeben, keine Jäger aufwies¹¹). Auf die heiligen Inseln aber, wie Delos, Jagdhunde zu bringen war verboten. Hier fand er sich denn auch in groſser Anzahl und im Vergleich zu seinen Brüdern auf dem Festland in beneidenswertem Frieden.
Die Gründe, aus denen er so sehr der allgemeinen Verfolgung ausgesetzt war, waren dieselben als heute. Das Tierchen ist so artig¹²), sagt Xenophon, d. h sein ganzes Wesen
*) Il. 17.676; 22. 308 f Xen cyn 5 24 ⁷) Xen 5. 24 ³) l„ S10» Chv. Dem. 18. 263: Aν ονεεανε dε⁴ις ταάς τοέναν œ del πλναωέ σάα mOοσ⁶οσν; Dion Chrys 66. 24; Lucian Tr. 9. *) Xen. 5. 13. ¹⁰) Cyn. 5. 24. 1¹¹) Cyn. 5 25 1²) gnigaoi dorι τ ϑ σο⁶ον. eyn 5. 33


