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Agapenor nach Troia zog.“¹⁴³) Diese Worte dienen ihm als ein Beweis der groſsen Lebens- dauer des Hirsches, die man überhaupt während des ganzen Altertums auſserordentlich über- schätzte. Solche dem frommen Betrug der Priester ihr Dasein verdankenden Inschriften, wie die erwähnte, mögen nicht wenig zu diesem überaus lebenszähen Irrtum des Altertums beigetragen haben..
Eine andere sehr häufig erwähnte Eigenschaft des Hirsches ist hier deshalb anzu- führen, weil auf sie eine bestimmte Jagdart begründet gewesen sein soll. Es ist dies seine Liebhaberei für Musik. Durch Flötenspiel und Gesang, berichtet Aristoteles,4⁴) werde der Hirsch derart angelockt und bezaubert, daſs der eine Jäger ihn von hinten erlegen könne, während ein anderer vor seinen Augen die Syrinx blase oder singe. Daſs das Rot- und Damwild sich durch die Klänge des Waldhorns, der Schalmei und Flöte herbeilocken läſst, ist richtig, daſs es aber bei diesem Genuſs seine sonstige Vorsicht so weit aufgeben sollte, daſs es aus nächster Nähe erlegt werden kann, ist doch etwas zweifelhaft. Xenophon weils von dieser Jagdart nichts, während er seine Jagd im übrigen eingehend bespricht.
Das Reh lebt gegenwärtig selten in Griechenland.4*) Auch im Altertum kann es nicht häufig gewesen sein, da es ungemein wenig erwähnt wird. Diese Seltenheit erklärt es auch, daſs es von Aristoteles an drei Stellen, wo es seiner Natur gemäſs Erwähnung hätte finden müssen, nicht erwähnt wird. Denn er nennt es weder da, wo er von den Tieren ohne Gallenblase4é) und denen mit Gehörn aus knochenartig fester Substanz ⁴⁷) spricht, noch unter denen, die ihr Gehörn abwerfen ¹⁴⁵). An allen drei Stellen nennt er nur die Hirsche (o¹ 4α.ρ). Auch Xenophon erwähnt im„Weidmann“ das Reh nicht. Gegenwärtig ist es nicht selten in Akarnanien und am Parnaſs¹?) und Olymp ⁵⁰). Im Altertum wird es bezeugt für Achaia5¹) und Elisꝰ²).
Daſs unter dem im eigentlichen Hellenenlande bezeugten und dοσπαας genannten Tier nur das Reh zu verstehen sei, ergiebt sich zum Teil aus der oben im wesentlichen mitge- teilten Ausführung Kellers, nach der der Name à für den Damhirsch in Anspruch zu nehmen ist. Sodann nennt der Neugrieche sein heimisches Reh Gνσ⁴ις³), was mit dem schon im Altertum im Volksmunde aus dοονπα gewordenen 500-⁴⅜ς identisch ist, und schlieſs- lich teilt das griechische Tier seinen Namen dοοιααeꝛ ⁵⁴) mit der zierlichsten und schönsten aller Antilopen, der Gazelle, der wiederum von allen europäisch-griechischen Wiederkäuern keiner an Gefälligkeit der Gestalt näher kommt als das Reh, die Gazelle des Nordens. Ein Schönheitsmerkmal ist bei beiden gleich ausgebildet, die herrlichen Augen, denen zunächst
43) Paus. 8. 10. 10: 1)* εεα⁴⁴σ τ εαρουιμέμνυν Seorο AMœoꝗᷣό πεινπιονπνακυνισσν vνι νσ. Die Inschrift lautet: Neο εl ½d.νυπν, ör g Iaior Arναο(der Führer der Arkader vor Troia). ⁴⁴) h. a, 9. 40. Horapoll: Hierogl. II. 91. ¹⁵) Brehm, Saugetiere, 3. p. 167. ¹⁶) h. a. 2. 65: TO1-» dà Td SG 1 1μέινν εεναι, τ dν Ser l 1 inrœrt. 105 1ευμ ο ꝙεαυο⁶ειιν qQσάχα τικτιιασmσά⁸⁶³⁶ω 211.†οο 00X SXer O0ds rbs und 67: IO11) 00» Odx STOu» 0 21afοο. ⁴*) 2. 19. ¹⁸) 3. 64. 49) Heldreich, faune de la Grêce, 1. 18. 5⁵⁰) Heuzey p. 131. ⁵¹) Paus. 7. 18. 12. 5⁵²) Xen. anab. 5. 3. 10. 5⁵³) Keller p. 104. 5⁵⁴) Aristot. ed. Aubert und Wimmer I. p. 67 und h. a. II. 13.


