Druckschrift 
1 (1888)
Entstehung
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Wilde Ziegen, Hirsche, Wildschwein und Hase. Homer erwähnt einigemal die Wildziegen.

Vom Hunde Argus heilst es, daſs er auf der Jagd auf Hasen und Damhirsche(ον⁸εε s. unten) und Wildziegen, zu der ihn jugendliche Jäger in den Wäldern Ithakas anführten, vortrefflich zu gebrauchen gewesen sei(alyas en' dyοοτειςας)..) Eine andere Insel, das der Bucht des Cyklopenlandes gegenüber sich erstreckende waldige Eiland, wurde von unzähligen wilden Ziegen durchstreift.²) Denn kein menschlicher Fuſs durchdrang die ver- wachsene Wildnis und kein Jäger störte ihren Frieden, bis Odysseus aus Nahrungsmangel mit seinen Gefährten Jagd auf sie machte, wobei sie sich reichlicher Beute erfreuten. In einem Vergleich erscheint ein wilder Geisbock(als dνοι⁷σ) von Hunden und Jägern ver- folgt, bis ihn ein steiler Fels und Waldesdickicht rettend aufnimmt,³) an einer andern Stelle fällt ein vom Jäger erlegter dem Löwen zum Opfer.¹) Der treffliche Sauhirt Eumäus bettet den Odysseus in seiner Hütte auf dem Fell des langbärtigen wilden Geisbocks(enl dενομα 10» ͥ dyοεον αdy⁶ν)e) und der Lykier Pandaros bedient sich im Kampf eines Bogens, der aus dem Gehörn des schnellspringenden Wildes gefertigt ist(1 ν νεμοον iSαον ανος αυeεοο⁶). Pandaros, heilst es dort, habe das Tier selbst auf dem Anstand erlegt(deεννιέeνοο ενττνο⁶ονπκ⁵m²◻ν), als es vom Felsen hervortrat. Sechzehn Hand breit(εοα ένπQται⁴dεκααια) ragten am Kopf die Hörner empor. Eben dieser gewaltigen Hörner wegen hat man das Tier für den Alpen- steinbock(capra ibex)?) gehalten, doch sicher mit Unrecht. Der Name des Lykiers Pandaros weist auf ein kleinasiatisches Tier hin. Der Alpensteinbock ist dort aber ebensowenig wie in Griechenland nachzuweisen. Wohl aber lebt dort im Gebirg in zahlreichen Rudeln ein steinbockartiges Tier, das sich gleichfalls eines stattlichen Gehörns zu erfreuen hat, der Paseng oder die Bezoarziege(capra aegagrus), die ganz unverkennbar und, durch das Profil des Gehörns mit dem Alpensteinbock nicht zu verwechseln, auf Kunstdarstellungen aller Art erscheint.8) Das Gehörn erreicht bei alten Böcken eine Länge von mehr als 80 Centi- metern.²) Was bei dieser Angabe an den 16 Handbreiten der Ilias fehlt, dürfen wir getrost auf Rechnung desJägerlateins setzen, das im Altertum wohl auch seine Rolle gespielt haben dürfte. Der Paseng lebt auch auf Kreta, und bis vor kurzem glaubte man, dals Wildziegen, die auf der kleinen, nördlich von Euböa in den Sporaden gelegenen Insel Joura leben, die ebenso wie Antimelos von den Alten ⁴ναιοοdie ziegenreiche genannt wurde, mit dem Paseng identisch seien. Im Jahre 1844 berichtet von der Mühle ¹⁰) folgendes:Auf der Insel Joura bei Skopelus, nördlich von Euböa, die, einen alten Einsiedler ausgenommen, ganz unbewohnt ist, wimmelt es von einer Ziegenart von welcher, konnte ich nicht erfahren, selbst trotz aller Anstrengungen und Versprechungen nicht einmal ein Gehörn

¹) Od. 17. 295. ²) Od. 9. 116 f.: lyes dmενει⁴εομεέιααισ‿ αeιιασ(v. 118), alyeg 60εαο⁵(v. 155). ³) II. 15. 271. ¹) II. 3. 24.) Od. 14. 50. über die Bedeutung von 109& vergl. Ameis Anhang.

) II. 4. 105 f.) Ameis zu II. 4. 105 und Buchholz, Homer. Real. 1 p. 163.) Otto Keller, p. 37. f. 9) Brehm, Säugetiere 3. p. 314. ¹⁰) Siehe bei Brehm, Säugetiere 3. 315.