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Neben dem Löwen, dessen Jagd, wie wir sahen, ausdrücklich geschildert wird,
erscheint als Herdendieb
der Wolf( 1⁶ν9),
der grimme Feind der Lämmer und Zicklein,³4) dem man natürlich zu Homers Zeiten, wenn- gleich seine Jagd nicht erwähnt wird, nicht minder eifrig nachstellen muſste, als in späterer Zeit. Er heiſst grau 11469,35) starkkrallig αιανο νν⁵⁸,³6) rohes Fleisch fressend Gνκοααeονι⁷) und räuberisch Glντκε,³s) ein schreckliches Ungeheuer. ³²*) Ungemein naturgetreu wird ge- schildert, wie er seinen Durst löscht, denn er schlappt(gleich seinem Vetter, dem Hund) mit dünner Zunge das Wasser obenhin. ¹⁰) Jedenfalls kann mit gleich wenigen Worten das Gebahren des Hundegeschlechts beim Trinken nicht besser charakterisiert werden. In Rudeln geht er auf Raub aus, den er mit heiſser Gier verschlingt, bis sein Bauch zum Platzen gefüllt ist.41¹) Mörderische Blutgier ist seine hervorstechendste Eigenschaft. Die Beiwörter, die er in späteren Zeiten führte, verraten gerade keine Zunahme an Beliebtheit. Grausam 6- 0πνπ,ε) Lämmermordend νR ηo„νο,43) scharfzahnig αροραάασ⁶⁶) und hohlbäuchig ½ο³οάασσ̈σ) beweisen, daſs er sich auch da noch als gefräſsiger Dieb unangenehm bemerkbar machte. Als Feind der Schafe erscheint er ungemein oft in den Fabeln Xsops.
Zahlreiche Stellen beweisen, daſs er in klassischer Zeit noch über ganz Griechenland verbreitet war. ¹⁰) Selbst in dem volkreichen Attika war er noch zu Solons Zeiten nicht völlig vertrieben, denn dieser sah sich zu derselben Maſsregel genötigt, zu der heute noch die Regierungen schädlichen Raubtieren gegenüber greifen, er setzte auf die Tötung eines Wolfes einen Preis, der sich nach dem Alter des Tieres richtete.¹*) Daſs auch heute Griechen- land nicht von Wäölfen befreit ist, beweisen die Meldungen glaubhafter Reisender. ¹⁵)
Die Herden schützte man im Altertum, wie heute, durch besonders starke und mutige Hunde ¹⁴⁹)— als solche galten namentlich die Hunde des epirotischen Molosserlandes ⁵⁰)—, die den Kampf mit ihm aufnahmen. Mit solchen Hunden wird man wohl auch Jagd auf sie gemacht haben. Xenophon erwähnt da, wo er in seinem Jagdbuch der Raubtiere über- haupt gedenkt, ¹l) den Wolf nicht. Doch eignete sich die von ihm erwähnte Fangart mit vergiftetem Köder und in Fallgruben seiner unvorsichtigen Gier wegen für ihn ganz be- sonders. Denn in die Fallgruben band man eine Ziege, die den Räuber durch ihr klägliches Meckern herbeirufen sollte. Dafür, daſs diese Methode angewandt wurde, spricht eine
34) II. 16. 352. ³²) II. 10. 334.; hymn. in Ven. 4. 70. ³³⁸) Od. 10. 218. ³⁷) II. 16. 157. ³s) II. 16. 352. ³⁹) Od. 10. 219. ⁴⁰) II. 16. 161 f.: Adνιονντοει„Ʒαμοσοσνσσισ dmνμσνσσνᷣið εμεεαν ˙αο dzν. ¹¹) II. 16. 156, f.; 163: 1⁴0σισα⁶έφννερεααι m⁴ς εᷣ„ααπσαm. ¹²) Aesch. Cho. 415. ¹³) Oppian, Cyn. 3. 263. 4¹⁴¹) Theokr. id 24. 85. 4⁴⁵) Aesch. Spt. 1027. ¹⁶) 0. Keller, Tiere des klassischen Altertums in kulturgeschichtlicher Beziehung, p. 399, Anm. 7 14 ¹⁷) Schol. Aristoph. Vögel 369. Plut. sol. 23: 40νν ε ¶ςmσνιι τπωιωνιε dοωσνα˙ς ⁵⁴αυνμε, 1vi6εια dε ααν ⁴⁸) W. Vischer, Erinne- rungen und Reiseeindrücke aus Griechenland p. 71 spricht von Wölfen am Parnes und Chandler, travels in Greece II. 183 von solchen am Pentelikon. ¹⁹) Theokr. ed. 5 106. 5⁵⁰) Aristot. h a. 9. 1. p. 608. a. 28; Alciphr. 3. 47. 5¹) Cyn. 11. Doch erwähnt er ihn seiner Klugheit wegen im 1rετιαονι*ςσ 4. 19.


