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1 (1888)
Entstehung
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asiatischen Kolonien bekannt war, sondern auch im eigentlichen Griechenland vorkam, wird sowohl durch die Rolle bestätigt, die er in der griechischen Volkssage als nemeischer, helikonischer, thespischer spielt, als durch die sehr bestimmt auftretende Nachricht des Herodot, daſs er zu seiner Zeit in Griechenland noch zwischen dem Nestus, der durch das Gebiet von Abdera flieſse, und dem Achelous in Akarnanien vorkomme.¹) Wie überall, so muſste auch in Griechenland das groſse Raubtier der Kultur weichen. Ueberall trat der Mensch nach besten Kräften gegen ihn in die Schranken und drängte ihn in dem Maſse zuriück, als er sich selbst ausdehnte. Seine Nachbarschaft durfte vor allem der Viehzüchter nicht dulden. Von seiner Seite war es in erster Linie ein Akt der Notwehr, wenn er gegen ihn zu Felde zog.

Die Annahme, daſs der Dichter gar einem Tier ferner Zonen einen Platz in seinem Werke eingeräumt habe, würde um so haltloser sein, als das, was von dem Löwen an sehr zahlreichen Stellen gesagt wird, ein Gesamtbild ergibt, das an Naturtreue kaum etwas zu wünschen übrig läſst..

Beim Einbruch der Nacht ²) verläſst der Löwe sein Lager im dichten Gebüsch ³) und geht auf Nahrung aus. Nicht nur das Vieh auf offenem Weideplatz) und auf der Wald- trift⁵) wird von ihm angefallen, sondern er überspringt auch die feste Einfriedigung des Viehhofsé) und dringt in die Ställe,*) wo er sich nicht nur an Schafen und Ziegen,s) die er in den Zähnen hoch über dem Boden haltend davonzutragen im Stande ist,*) sondern auch an Rindern vergreift, denn seine Kinnladen sind so stark, daſs er mit einem Biſs den Nacken eines Rindes oder einer Kuh zu zerbrechen vermag. ¹⁰) Auch der Stier fällt als sein Opfer. ¹¹) Wenn ein Löwe sich in der Nähe der Viehhöfe und Weideplätze zeigt, müssen die Hirten deshalb die Nacht durchwachen. Mit Hunden und Lanzen ¹²) und lautem Geschrei ¹³) suchen sie ihn von der Umfriedigung zurückzuschrecken, doch meist ist ihr Bemühen erfolglos. Bisweilen reiſst er sogar am hellen Tage ein Rind mitten aus der weidenden Herde, ¹¹) die von panischem Schrecken ergriffen auseinanderstiebt, ¹5) und verzehrt unbekümmert um das Geschrei der Hirten, das sie in respektvoller Entfernung ¹6) erheben, und um das Gebell der Hunde, die sich ihm zu Leibe zu gehen scheuen, die blutigen Eingeweide des gefällten Tieres. Wirksamer als mit Lanzen und Hunden tritt man ihm mit brennenden Fackeln entgegen, da er das Feuer fürchtet. ¹⁷)

¹) Herodot 7. 126. Mögen auch die übereinstimmenden Nachrichten des Aristoteles und Plinius über Löwen zwischen dem Nestus und Achelous und in Europa überhaupt sich lediglich auf diese Stelle des Herodot stützen(vgl. Welcker, Kleine Schriften, 2. p. 199, Anm. 22), so ist damit die Beweiskraft der letzteren für Herodots Zeit keineswegs erschüttert. Was Xenophon cyn. 11 vom Löwen in Gemein- schaft mit anderen Raubtieren sagt, spricht doch nicht gegen dieselbe, wenn die Stelle auch in ihrer allgemeinen Fassung keinen bestimmten Schlufs ermöglicht. ²) II. 15 324. ³) II. 13. 199; 5. 554 f. 18. 320. ¹⁴) II. 17. 61 ff.; 15. 630.) II. 5. 162.) II. 12 301.*) II. 5. 136 142. ³) II. 12. 301; 10. 486; 5. 556. 9) II. 13. 198 f. 1¹0) II. 11. 175; 5. 161 f.; 17. 64. 11) II. 17. 542. 44) II. 12. 303. 1¹⁴) II. 10. 185 f.; 17. 110 f. ¹4) IHI. 17. 61 f.; 18. 579 f. ¹5⁵) II. 11. 172 f.

16) dνπιαπ⁶ εν. ¹⁷) II. 11. 548 f.; 17. 657 f.:*αmρμεναἀ ε dezal, zd ε 1087 S0☛σ τπμαο.