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durften von Jägern, mit Hunden wenigstens, nicht betreten werden. ¹³¹) Auch die Umgebung der Quellen und die Uferhänge der Bäche und Flüſse gewährten bisweilen infolge religiöser Bedenken dem verfolgten Wild eine Freistatt. ³⁵) Sonst durfte ein jeder dem Wilde nach- stellen, wie und wo er wollte. Bestelltes Feld, das zu betreten sonst nur dem Besitzer gestattet war, war dem Jäger zu betreten erlaubt, wobei er freilich billige Rücksichten walten lieſs.3⁰) Eine Schonzeit des Wildes kannte man nur insofern, als man die allzu jungen Häschen der Göttin Artemis überlieſs,*⁷) d. h. verschonte, aber doch wohl nur des- halb, weil sie doch gar zu wenig Wildbret boten. Wildkälber wurden dagegen besonders gern gejagt.*³²) So war auch zeitlich der Jäger nur an die Schranken gebunden, die er sich selbst oder die ihm religiöse Rücksichten auferlegten, da an den Festen der Götter sein Handwerk geruht zu haben scheint. ²⁹)
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Zzweiter Teil.
— 2 Das Wüld. Raubtfere.
Als jagdbare Tiere erscheinen in den homerischen Gedichten Raubtiere, wilde Ziegen, Hirsche, Wildschweine und Hasen. Dals der homerische Grieche, in dessen Leben die Vieh- zucht eine so hervorragende Rolle spielte, namentlich bestrebt war, sich der den Herden schädlichen Raubtiere auf alle nur mögliche Weise zu erwehren und zu entledigen, ver- steht sich von selbst. Als Herdenräuber erscheint an erster Stelle
der Löwe(6 16ν%, 6 4l9), der in seiner äufseren Erscheinung, in seiner Lebensweise und seinem Gebahren den an- greifenden Menschen gegenüber so vortrefflich und vollständig geschildert wird, wie es nur die Gelegenheit, ihm oft zu begegnen, ermöglichen konnte, so daſs auf ein noch recht häufiges Vorkommen dieses Tieres in damals von Griechen bewohnten Ländern geschlossen werden darf und muſs. Die Annahme, daſs er zu Homers Zeiten nicht nur den Hellenen der klein-
34) Xen. eyn. 5. 25. ³⁵) Xen. 5. 34. ³⁶*) Xen. 5. 34 und dazu die Erläuterung von T. W. Lenz, Xenophon über die Jagd verdeutscht und erläutert. Leipzig 1828. Vgl. auch cyn. 12. 6. 4) Cyn. 5. 14. ³³⁸) Xen. cap. 9. 39) Xen. 5. 34: αl Orax dræyOia(eine Zeit, wo man nicht jagt)
uανμναπη, drεν ε τ πνε τννννέσαρον dyrg.


