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war an der Tagesordnung, die Palästra wurde fast gar nicht mehr besucht. Daſs auch von andern als von Xenophon eine Heilung dieser Verhältnisse in Athen von der Wiederbelebung der Jagdlust erhofft wurde, beweist eine Stelle aus den Rittern des groſsen Komödiendichters, in der der Demos klagt, die„ästhetisch-schwatzhaften Jüngelchen“, ²¹) die überall in den Salbenläden, den beliebtesten Versammlungsplätzen der jungen Stutzer Athens, umher- lungerten, mülsten wieder zur Zucht und Sitte der alten, guten Zeit zurückgeführt werden; auf die Frage, wie dies zu bewerkstelligen sei, erklärt er, er werde sie wieder„zwingen“ zu jagen. Wenn der Dichter gerade dem Demos(der Volksgemeinde) diese Worte in den Mund legt, so betont er damit das staatliche Interesse an einer Wiederbelebung der Jagd. Wir haben es hierbei mit speziell athenischen Dingen zu thun, die in den miſslichen Zeit- verhältnissen und zum Teil in den veränderten Lebensgewohnheiten der allmählig zur Grolsstadt herangewachsenen attischen Metropole ihre Erklärung finden. Daſs es trotzdem auch unter den Athenern noch eifrige Jäger gab, beweist weniger das Beispiel Xenophons selbst, der ja mit seinen Jünglingsjahren in die Blütezeit hineinragt, als das seiner Söhne, die wir schon früher als fleiſsige Jäger kennen gelernt haben. Aber nur noch günstige Gelegenheit und eingeborene besondere Neigung waren jetzt die Triebfedern der Jagdaus- übung, und Aristophanes Wunsch, daſs die Staatsdisziplin hierin Wandel schaffen sollte, blieb unerfüllt, wie aus den oben herangezogenen Worten des Isokrates hervorgeht, der von der Hineinziehung der Jagd in die obligatorischen Jugendbeschäftigungen als von einer längst in Vergessenheit geratenen Einrichtung der guten alten Zeit spricht. Die Zahl der städtischen Jäger wurde nunmehr in demselben Maſse kleiner, als sie vorher durch das Kontingent derer gestiegen war, die als Epheben, kraft der Staatszucht zur Jagd angehalten, dieselbe kennen und lieben gelernt hatten.
Wie in Athen, so war es mit einigem Zeitunterschied in ganz Griechenland, jeden- falls war in der Zeit nach Alexander dem Groſsen der Wandel fast überall vollzogen. Will man also die Bedeutung der Jagd für das Leben der Griechen nach ihrer Verschiedenheit in der Blüte der Gemeinwesen und zur Zeit des Verfalls feststellen, so ergiebt sich der Unterschied, daſs sie in jener Zeit vor allem Mittel zum Zweck einer vollendeten Ausbildung des Körpers war, in dieser ihrer selbst wegen unter gleichzeitiger Verschmähung der übrigen Leibesübung in Mode kam. Wenn nunmehr der edle Grieche der Jagd huldigte, so war sie ihm nur noch noble Passion, die von dem Charakter einer die Körperkräfte aufs höchste und gleichmäſsig anspannenden Beschäftigung wohl manches eingebüſst hatte. Aber in Ehren blieb sie, wie ja schon die teils auf uns gekommenen, teils von Plinius und andern erwähnten Kunstwerke beweisen und es aus Aeuſserungen, wie der des Philosophen Karneades, hervorgeht, daſs die Söhne der Reichen nur noch Jagd und Reitkunst wirklich gründlich
²4) Ritter ed. Kock 1375: AIHIIMOXN 1 Aειεο⁴ἀνρ³ zæνιε ⁶έeοω, kd τ mGμο οστννde?εα 10⁴de αοπνμεένα 1381 AIOPAKPIITOXN OBxOvV lαισαάἀαφμάσυ α³μμμο οσ τον σσφηυιαον, 1iOX Al' dâ dνανdσ u—perety.


