Druckschrift 
1 (1888)
Entstehung
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tragen, er hat bestanden im Glauben bis ans Ende, und so hat Gott ihm nach seiner Verheiſsung die Krone des ewigen Lebens beschieden.

Für uns aber sind seine Augen nun für immer geschlossen, und er wacht nicht mehr über uns mit seinem treuen Vaterblick. Doch die Früchte seines Wirkens werden noch späten Geschlechtern zu gute kommen, und sein Andenken, sein Vorbild bleibt unauslöschlich in unseren Herzen. So laſst uns denn, meine lieben Schüler, an diesem edelsten Bilde echt deutscher Tugenden emporwachsen, laſst uns in dieser ernsten, heiligen Stunde in unseren Herzen das Gelübde ablegen, in allem so prunklos, stetig, treu und fromm zu sein, wie er es war, gleich diesem erhabenen Vorbild zu kämpfen, zu glauben, zu leben, dals auch wir an unserem Lebensabend zurückblicken können auf unser Tagewerk mit Befriedigung und Freude.

Du aber, allmächtiger himmlischer Vater, dem wir danken für all das Gute, das du uns durch unsern lieben Kaiser geschenkt, bittend erheben wir nun auch die Herzen zu dir, tröste du die Seinen, tröste insonderheit die hochbetagte Kaiserin und seinen kranken Sohn, tröste unser Volk durch deine Kraft und deinen Trost, schenke Genesung unserem neuen Könige, dals er, des Vaters würdiger Sohn, mit kräftiger Hand die Leitung und Fübrung seines Volkes übernehme und das Werk des Vaters fortführe, allen deutschen Landen zum Segen und Heil. Du hast uns, treuer Gott, so wunderbar bisher geführt und mit reichstem Segen uns gesegnet, so vertrauen wir in Zuversicht und Glauben deiner ferneren Hülfe, indem wir beten: Schütze unser Königs- haus, schütze unsern neuen Kaiser Friedrich. Amen.

Mit dem Gesang der beiden letzten Verse des oben genannten Liedes schloſs die einfache, erhebende Feier, deren Eindruck auf die Herzen unserer Schüler hoffentlich ein nachhaltiger bleiben wird.