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2 (1843) {Sive De vetere Medorum regno
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etiam quae a Zendicorum librorum narrationibus longe discedant. Vestigia veritatis histo- ricae quaedam inesse facile concedimus, sed rara duntaxat esse videntur et fabulis ita sunt obruta, ut vix ea possis extricare. De Dario, de Xerxe nihil habetur, nihil de cladibus, orbis terrarum fama celebratis; nec facile quidquam traditum est quo gloria majorum minui posse videretur. Eversi tamen a Macedonibus regni memoria praeteriri non potuit. At vero quantopere depravata sit rerum gestarum memoria, ipsius Alexandri docemur exemplo: de quo tam inepta fabulati sunt, ut veritatis, quam aliunde compertam habemus et explora- ratam, vix notam ullam indagare possis 1). Quid dicamus de reliquis rebus antiquioribus, quas esse detortas a vero in fabularumque naturam degenerasse, non aeque luculenter demonstrari licet. Ceterum ii non sumus qui Firdussium et reliquos eo nomine velimus accusari quod rerum gestarum memoriam depravarint: duntaxat illud memineris, aliud sequi consilium scriptorem, aliud poetam vel eum qui poetica argumenta pedestri oratione per- tractet. Imo vel antiquioribus illis rebus aliquid veri subesse, facile patimur. Jam critici

¹) Noli mirari. nam Firdussium quidem constat fabulosum illud opus(apocryphicum) consuluisse,

quod Byzantinorum aetate compositum est etGestorum Alecandri Magni nomine inscriptum, per omnem Europam percrebuit. cf. GönnEs I. c. p. 360 sdq., qui quum alia, tum haec ore

facundo expressit:Alexanders Thaten wurden auf den Flügeln des Gesanges über die ganze

Erde hingetragen. Da der Eroberer zuerst den Orient mit seinen Wundern aufgeschlossen,

so fügten diese sich von selbst der Erinnerung seiner Thaten bei; der Kreis seiner Züge um- schloss die ganze Erde mit seinen Cykeln und Epicykeln; die Seltsamkeiten aller Zonen flochten

sich in diese Aventuren ein; und so bildete sich die bunte farbenreiche Arabeske mit ihren,

verschlungenen Laubgewinden und den seltsamen Thier- und Menschengestalten aus. Calli- sthenes im S. Jahrh. wird als der erste Sammler dieser Abenteuer angegeben, wahrscheinlich zum Theil in Mährchen und Liedern aus dem Munde des Volks aufgefasst, theils aus den Bruchstücken alter Chronisten zusammengestellt und nothdürftig geordnet, um das Ganze mit der geschriebenen Geschichte in Einklang zu bringen. Persien, als erster Schauplatz und Mittelpunct der Begebenheiten zum nächsten Antheil aufgefordert, hat sie wahrscheinlich zuerst ergriffen und durch seine Sprache dem Orient aufgeschlossen. Es hat den gebotenen Stoff nicht wie einen todten Besitz hingenommen, es hat ihn wie eine geistige Speise in sein eigenthüm-

liches Leben eingeführt. Ob Firdussi diese Aneignung zuerst eingeleitet oder ob er die vor-

gefundene nur weiter gefördert hat, ist nicht auszumachen. Nachdem der Kreis seiner alten Baktrischen Sage geschlossen war, sah er auf dem dunkeln Hintergrunde des furchtbaren Un-

gewitters, das sein Vaterland verwüstet hatte, und das jetzt fern an den Grenzen des Gesichts-

kreises der Erinnerung, von der Lichtsonne der Dichtung golden bestrahlt, sich hingezogen,

jenen glänzenden farbenreichen Bogen aufgeschlagen, dessen einer Fuss auf Rum niederging,

der andere auf Iran stand, und er mochte sich nicht dem Geschäft entziehen, ihn in seinem

Werke abzuspiegeln. Als daher sein Pehlwibuch mit Rusthms Todé abgebrochen, nahm er

das griechische Werk, ob im Grundtext oder in einer frühern persischen Bearbeitung, ist un-

gewiss, zum Führer auf seiner Bahn durch die Alexanderszeit, indem er seinen Stoff eben so

wie den der frühern Pehlwisage behandelte.

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