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1 (1892)
Entstehung
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und hört und umgekehrt) und als schön die kulturgeschichtliche Grundlage. Von Stellen wie Seite 6:Wir Waldleute u. s. w., S. 58:Geradeaus geht die Rede u. s. w. sagt er, daſs sie gegen die Naivetät verstoſsen. Noch einzelne Stellen:Kulturgeschichte darf die Lücken nicht ausfüllen, Poesie muſs es, sie muſs uns schauen und empfinden lassen. An die Stelle des antiquarischen und rein geschichtlichen Interesses tritt das rein menschliche. Die Gegenwart des Vaterlandes empfindend geht Freytag ihren historischen Gründen nach und erneuert dieselben lebendig.In der Seele des Dichters und zwar, wie man es heute nennt, in der Sphäre des Unbewuſsten, liegen vorbereitete Kräfte als Empfindung, Wissen, geschaute Gestalt, Nachklang einer gehörten Sangesweise, eines Spruchs, und die erste Bewegung dieser Elemente setzt ebenso geheimnisvoll an wie die Bewegung eines Moleküls in der Zelle. Gesättigt und getränkt vom Wissen der geschichtlichen Vergangenheit bildete sich das Angesammelte zu freier dichte- rischer Schöpfung, so dafs der Dichter selber kaum mehr bestimmen kann, was Erinnerung, was Anregung von aufsen und was selbstthätige Erfindung und freie Zuthat war.

In derFür Mufsestunden betitelten Beilage zurZeitung für das höhere Unterrichtswesen Deutschlands 1873 Nr. 2 und 3 befindet sich eine übersichtliche, klare und ansprechende Inhaltsentwickelung von Ingo und Ingraban. Aus der Besprechung hebe ich folgende einzelne Sätze heraus:Ihn regten die neuen Schöpfungen unserer Zeit an, die von glücklich erlangtem Höhepunkt aus einen willkommenen Blick auf die weiten, beschwerlichen und verschlungenen Bahnen eröffnen, auf welchen unser deutsches Volk sich allmählich emporgerungen hat.Um die Schicksale eines deutschen Heldengeschlechts in fortlaufendem Entwickelungsgang lebensvoll und wahr vorzuführen, muſs er die jedesmaligen Spröſslinge desfelben als vollkommene Repräsentanten ihrer Zeit, ergriffen und bewegt von deren Ideen und Schicksalen, darstellen.Bei der ersten Geschichte fehlt es dem Verfasser fast ganz an geschichtlichem Boden, und er ist recht eigentlich auf die freie Erfindung angewiesen.In erhöhtem Grade fesselt Ingraban, welches in Ingram und Winfried den gewaltigen Gegensatz zwischen germanischem Heidentum und römischem Christentum, sowie den Sieg des letzteren über das erstere zur lebensvollen Darstellung bringt. Rec. hebt die würdige Darstellung, den Wohllaut der Sprache hervor.Stellenweis tönt die Rede wie eine fortlaufende Musik, und deutlich erkennen wir, wie mit den Momenten von Bedeutung sich auch Sprache und Darstellung steigert.Mit Liebe sind die weiblichen Charaktere gezeichnet; Irmgard und Walburg sind wahre Typen deutscher Weib- lichkeit, gestaltet nach den Angaben älterer Schriftsteller, nicht am wenigsten auch nach den Vorbildern, welche sich glücklicherweise gerade in unserem Vaterlande dem auf- merksamen Auge des sinnigen Dichters heute noch darstellen.

Weserzeitung 1872, 15. Dezember(Nr. 9297).Von den reichen und gründ- lichen historischen Studien, welche uns mit Freytags Bildern a. d. d. V. beschenkt haben, ist in der Seele des Verfassers dieses vorzüglichen Buches ein Rest zurückgeblieben, den er, der Dichter, nicht anders als dichterisch aus sich herauszugestalten und vom Herzen los zu werden vermochte. So, stellen wir uns vor, entschloſs er sich, dieselben Pfade noch