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am Schluſs gegen das Papsttum erklärt, ist gewils unhistorisch und wohl nur eine captatio benevolentiae für den Bischof und eine kleine Entschädigung für den Leser, dem so viele zuckersüſse Frömmigkeit im Laufe dieser zweiten Geschichte eingelöffelt wurde“() Manches wird mit Spott und Ironie behandelt, besonders der„manierierte Stil“ getadelt und eine Sammlung von Wendungen dieses Stils zusammengestellt, schlieſslich spottend ein„stilvoller“ Abschluſs der Kritik gegeben, gebildet aus einer„Blütenlese“ Freytagschen Stils. Doch erkennt er an, daſs„des Dichters Begabung mehrfach glänzend zum Durchbruch komme, daſs das Werk„Glanzstücke epischer Schilderung und stimmungsvoller Naturbeleuchtung“ enthalte.„Freytags Talent für epische Darstellung, seine sinnige Poesie bricht oft durch die ganze manierierte Einkleidung siegreich hindurch; aber man muſs diese Lichtblicke mit Kapiteln von öder Langweiligkeit erkaufen, namentlich in der zweiten Erzählung, wo ein ziemlich triviales Christentum oft sehr weitschweifig gepredigt wird“(D).„Ohne Frage sind einzelne Schilderungeu von anziehender und keuscher Schönheit; an diesen Stellen macht die durchgängige Künstelei des altertümelnden Stils wahrer Kunst Platz, und ein stimmungsvoller Hauch schwebt über den Gruppen. Hierher rechnen wir in Ingo die Schilderung der Römerschlacht, das Liebeswerben am Bach im Walde mit der sinnvollen Natursymbolik und in Ingraban die Waldeinsamkeit des geächteten Helden und seiner Walburg. Im ganzen aber haben wir es nur mit Reliefbildern zu thun u. s. w.“
Von demselben Recensenten ist gewiſs auch die Beurteilung in„Unsere Zeit“ 1873 I. S. 860 f. Hier heiſst es u. a.:„Der novellistische Reiz dieser Kulturbilder ist nicht hoch anzuschlagen, da die Verwickelungen ungefähr dieselben sind, wie wir sie aus den Indianerromanen oder den Romanen, deren Helden andere„wilde Männer“ sind, kennen.“—„Eine thüringische Heldin wie diese Gisela erinnert sehr an die„Georgine“ in Freytags Graf Waldemar. Das Empfinden dieser Frauengestalten ist durchaus modern, und die innere Unbefriedigung, welche Gisela in ihrer Ehe fühlt, würde in einem neu- französischen Romane ganz an ihrem Platze sein. Wenn aber Freytag dafür durch die Eigenart altertümlicher Sprache das Moderne in der dargestellten Gefühlswelt verdecken will, so verfällt er in eine stilistische Manieriertheit, welche bisweilen dicht an der Grenze der Parodie steht.“„Der Oberherrscher ist ein normaler Barbar mit einigen urwüchsigen Eigenschaften von Roheit, Schlauheit, Grausamkeit, wie man sie bei den farbigen wilden Männern findet. Seine Gemahlin Gisela erscheint Ingo gegenüber als eine thüringische Potiphar, die sich aber nicht mit dem Mantel begnügt, den er in ihren Händen läſst u. s. W.“ „Gerade oft in den kräftig gezeichneten Einzelbildern findet sich eine störende Hyper- naivetät, so in der Besuchscene der Gisela, wo diese die Gattin des Helden im Negligé am Brunnen findet.“ Von Ingraban heilſst es:„Die ganze Erzählung hat einen legenda- rischen Ton, und es geht ein Klang durch dieselbe von Meſsglockengeläute; der Weihrauch- duft christlicher Kirchen mischt sich mit dem Harzduft der deutschen Nadelholzwälder. Doch der Autor hat für diese christlichen Missionen keine rechte Eigenwärme; er betrachtet sie von dem Standpunkte der Geschichtsphilosophie, und so bekommen seine christlichen Helden etwas puppenhaft Lackiertes, etwas fromm Sülsliches wie Pfefferkuchenheilige mit


