12. um Ingos Leib“ durch die Burgunden(S. 237, 247). Konflikt zwischen Irmgard und Ingo, aber niedergerungen wird ihr Zweifel, und der Schlachttag wird der Ehrentag ihres Gatten sein. Vorbereitung zum Empfang der Feinde. Wolf und Frida wieder einander gegenüber in Necken und Streiten, dann sich einander gelobend in der Not(S. 245, vgl. S. 263). Menschen und Vieh flüchten in den Burgraum. Am Opferstein wird Todestreue geschworen. Von Gisela geführt und angefeuert, stürmt die ÜUberzahl der Feinde Ingos Burg. Auch Answald erscheint noch, sein Kind zu retten. Konflikt zwischen ihm und der Königin, dann durch der Königin Gnade freier Abzug der Weiber und Kinder und vieler Bauern, welche, durch die Not gescheucht, enteilen, unter den letzten auch Beros Söhne. Abschied Irmgards von ihrem Vater; Berthars, Wolfs und Fridas Treue. Ingo wird von Theodulf zum Tode getroffen; Berthar stöſst Answald, zur Sühne für Ingo, den Speer in die Brust. Ingo und Irmgard in der Todesstunde(S. 265): ein Blitzstrahl füllt die Halle, ein Wetterschlag dröhnt, und das Dach bricht zusammen. Drauſsen unter Trümmern und Leichen und Hagelschauer steht Königin Gisela und spricht vor sich hin die Worte:„Vertauscht hat der Neid der Götter die Lose, mein Recht war es, dort drinnen zu sein.“ Das Kind, Ingos und Irmgards Sohn, war verschwunden. Die treue Dienerin Frida hatte es gerettet, samt der Tasche von Otterfell mit dem Römerzauber, die ihm Irmgard noch umgehängt.[Kap. 11. Der Wetterschlag.]
Durch dieses Kind wird das Geschlecht Ingos fortgepflanzt und der Römerzauber erhalten bis auf Ingraban(s. S. 467, zugleich ein schönes Beispiel der Sagenbildung.)
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Die Zeit der Handlung beginnt, wie die Überschrift des ersten Kapitels zeigt, mit dem Jahre 357. Konstantius, ein Sohn Konstantins des Groſsen, war Alleinherrscher des Reichs von 353— 361. Er schickte gegen die Germanen seinen Vetter, den jugendlichen Cäsar Julian(reg. als Julianus„Apostata“ 361— 363), der 357 bei Straſsburg einen groſsen Sieg über die Alemannen davontrug, den letzten, welchen die Römer über die Germanen gewannen, und diese aus dem römischen Gebiete vertrieb. Die Könige der Alemannen Chnodomar und Athanarich wurden gefangen genommen. Von dieser Schlacht gibt uns Freytag im Anschluſs an Ammianus Marcellinus einen eingehenden lebensvollen Bericht am Schlusse seines ersten Bildes aus der deutschen Vergangenheit, und an dieses groſse geschichtliche Ereignis lehnte er, ganz in Walter Scotts Weise, seine frei- erfundene Erzählung an. An Athanarichs Seite kämpfte, so erzählt der Dichter, Ingo, Ing- berts Sohn, aus Vandalenland. Im letzten verzweifelten Kampfe entriſs er den siegreichen Römern ihre Hauptfahne, das siegbringende Drachenbild von Purpurseide, und entführte es durch die Fluten des Rheins. Dadurch raubte er den römischen Waffen den Zauber, den sie in den Augen der Germanen besaſsen. Die Scharen des Cäsar aber brannten vom Schwarz- wald bis zum Main, der Cäsar war Herr des Grenzlandes, man sagte, dafs die Katten ihm Bündnis böten, und weithin zeigte sich, wie die Dichtung schildert, die Wirkung der Schlacht auf die deutschen Stämme und einzelne in diesen, je nach dem Grade ihrer Römer- freundschaft oder ihres Römerhasses.


