nun oben an die Bank der Edeln, und„mit dem Römertrank aus Römergolde trinken sie Heil dem königlichen Helden.“[Kap. 2. Das Festmahl.]
Ingos und Irmgards Liebe reift, ihr erzählt er das ihm verkündete Geschick, an den Drachenzauber geknüpft(S. 59 f.), und wie er(darin gleich Achilles) den Ruhm und frühen Tod gewählt; sie gelobt sich ihm heimlich.— Nach langer Beratung, ob die Aufnahme eines entschiedenen Römerfeindes keinen Neutralitätsbruch bedeute, wird ihm in der Versammlung der Edeln und Führer der Gemeinden, sodann im Ring der Landgenossen das Gastrecht des Volkes erteilt. Er wählt sich Wolf zum Kämmerer und versöhnt sich mit Theodulf. In der Versammlung Gegensatz der Ingo freundlichen und feindlichen Thüringe, zugleich Gegensatz der Römerfeinde und-Freunde— der Römerdienst S. 64 ff.— wie schon oben beim Festmahl S. 46, 50 ff. König Bisino (s. S. 48), die Entstehung seiner Königsmacht und sein Verhältnis zu den Thüringen, vgl. S. 87, 92 f. u. 123 f. Miſstrauisch sieht er das Wachsen ihrer Macht und fürchtet deren Ausdehnung, während sie Eingriffe in ihre alten Rechte und Freiheiten besorgen.[Kap. 3. Offene Herzen.]
Wechsel des Schauplatzes: der Königshof. Bisino, der römerfreundliche Thüringer- könig*), und sein Weib Gisela aus Burgundengeschlecht, eine Walküren- und Brunhilden- natur, einst von ihrem Vater zu Ingos Gemahlin bestimmt(S. 79), werden uns in ihrem Wesen, Charakter und Verhältnis zu einander vorgeführt. Volkmar berichtet dem König von der Schlacht, der Königin von Ingos Heldenthat. Bisino schwindelt dem Sänger den Goldbecher wieder ab, die Gabe der Königin. Ingo wird durch Volkmar in die Königsburg geladen und ihm Friede und sicheres Geleit gelobt.[Kap. 4. Am Königshofe.]
Anderung des Verhältnisses an Answalds Hofe. Irmgards Liebe (S. 96 f. vgl. 102 f.), der Fürstin Sorge(S. 89); Konflikt zwischen beiden; Frida der Irmgard treu, wie Wolf dem Ingo. Die Vermählung Irmgards mit Theodulf wird im Herrenhofe beschlossen(S. 100 f.).— Ingos Vandalengefolge, das in der Römerschlacht von ihm geschieden wurde(sein Schicksal S. 107 f.), trifft unter Berthars Führung, von Volkmar an Answalds Hof gewiesen(S. 94), von Bero, Fridas Vater, geleitet, ein. Reibereien zwischen den Thüringen und Vandalen, die Fürstin diesen feindselig, Frida und Irmgard günstig, die selbst klagend gegen Theodulf auftritt. Durch Gundrun auch Argwohn und Sorge in Answald geweckt, zugleich gesteigertes Miſstrauen Bisinos gegen die Thüringe und Forderung Ingos an seinen Hof. Unter dem Vorwande einer Jagd Berufung der Häupter des Gaues zu einer Beratung über des Königs Gebot; Beschlufs: die Fremden dem König nicht in die Hand zu liefern, auſser mit ihrem freien Willen. Auf dem gemeinsamen Jagdzug kommt die Feindschaft zwischen Theodulf und Ingo zu offenem Ausbruch.[Kap. 5. In den Waldlauben.]
Am folgenden Morgen Ingo und Theodulf zum„Notkampf auf der Aue“ einander gegenüber, Theodulf schwer verwundet, Ingo schenkt ihm das Leben und erhält dadurch
*) Vgl. über ihn Scherer a. a. O. S. 494 ff.„Vielleicht die gelungenste Figur in Freytags Ingo.“„Ein geschichtlicher Typus.“


