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vertrieb die Dänen und vollendete die Bekehrung des Landes. Von Schweden aus kam das Evangelium nach Finnland, von Norwegen und Dänemark aus nach Island und Grönland.
Die Slavenapostel waren die Brüder Cyrillus und Methodius aus Thessalonich. Um 850 bat der Mährenherzog, um sein Land auch kirchlich von den Deutschen unabhängig zu machen, den griechischen Kaiser um Missionare. In Folge dessen zogen Methodius und Cyrillus nach Mähren und eigneten sich rasch die Landessprache an; nun bildeten sie einheimische Priester aus, machten Missionsreisen durch das Land und gründeten Kirchen und Altäre. Besonders gewannen sie das Volk durch die Feier der Messe in slavischer Sprache. Cyrill gab den Slaven eine Litteratur, erfand ein eigenes Alphabet und übersetzte die Bibel in die Landessprache. Auf Einladung des Papstes (Nicolaus I.) gingen sie nach Rom, wurden von Nicolaus' Nachfolger ehrenvoll aufgenommen und unterwarfen sich dem päpstlichen Stuhl. Cyrillus starb in Rom; Methodius wurde zum Erzbischof von Mähren ernannt. Unermüdet wirkte er in Mähren weiter und erhielt vom Papst ausdrücklich die Erlaubniss, in slavischer Sprache die Messe zu feiern und die heilige Schrift zu lesen, nur sollten die Evangelien zuerst lateinisch gelesen werden. Methodius † 883, vom ganzen Volk beweint.
Er hatte um 870 auch den Böhmenherzog bei dessen Erscheinen am mährischen Hof für das Christenthum gewonnen. Der Enkel desselben, Boleslav, wüthete grausam gegen die Christen, aber Otto I. zwang ihn, das Christenthum zu dulden, dem das Erzbisthum Prag, eine Stiftung Ottos I., festen Halt gab. Von Böhmen aus kam das Evangelium zu den Polen; der Herzog Miecislav wurde durch seine Gemahlin, eine böhmische Prinzessin, bekehrt und bewog auch sein Volk zur Taufe.
Unter den Ungarn wirkten zuerst griechische Mönche; aber erst der Bischof Pilgrim von Passau und der König Stephan d. Heilige(997— 1038) verschafften dem Christenthum das Uebergewicht über das Heidenthum. Stephan zog selbst predigend im Land umher, berief Geistliche und sorgte für den Unterricht des Volkes; auch in Siebenbürgen führte er das Christenthum ein. Der Papst (Sylvester II., der Lehrer Ottos III.) verlieh ihm die Königskrone und machte Ungarn durch Er- richtung des Erzbisthums Gran von Deutschland unabhängig.
Zur Bekehrung der Slaven östlich von der Elbe gründeten Heinrich I. und Otto I., die Besieger derselben, mehrere Bisthümer und das Erzbisthum Magdeburg und viele Slaven nahmen äusserlich das Christenthum an. Die Sorben(im Königreich Sachsen) machten keinen Versuch wieder sich unabhängig zu machen und blieben dem Christenthum treu. Aber die Lutizier(in Brandenburg) und die Obotriten(in Mecklenburg) warfen nach der Niederlage Ottos II. in Unteritalien 983 das deutsche Joch ab und rotteten das Christenthum aus. Ein Versuch des Obotritenfürsten Gottschalk (um 1050), sein Volk zu bekehren, misslang. Erst nachdem Albrecht der Bär die Lutizier, Heinrich der Löwe die Obotriten unterworfen hatte, fasste das Evangelium dort festen Fuss.
Gottschalk, ein obotritischer Fürstensohn, erneuerte, obwohl christlich erzogen, die Verfolgung der Christen, um den Tod seines Vaters zu rächen; aber bald verliess er voll Schauder über sein Werk die Heimath. Nach seiner Rückkehr gründete er 1045 ein grosses Wendenreich, wirkte nun eifrig für die Einführung des Christenthums und predigte selbst das Evangelium. Als sein Freund, der Erzbischof Adalbert von Bremen, der Erzieher Heinrichs IV., 1066 gestürzt war, ermordete die heidnische Partei unter den Obotriten Gottschalk und opferte die Priester den Götzen.
Den Pommern predigte zuerst ein Mönch, hatte aber wegen seines ärmlichen, bettelhaften Aeussern keinen Erfolg. Da begann auf Bitten des Polenherzogs, des Oberlehnsherrn von Pommern, der Bischof Otto von Bamberg die Mission und bekehrte auf zwei Reisen fast ganz Pommern.
Otto, aus einem adligen Geschlecht in Schwaben, war beim Polenherzog, dann bei Kaiser Heinrich IV. Kaplan und Geheimschreiber gewesen; bei Heinrich war er beliebt und hochangesehen, besonders wegen seiner Bekanntschaft


